7. Oktober 2011
6. Oktober 2011
Theater-Videos: Übersicht auf "THEATER-TV"
Videoclips zu aktuellen Theateraufführungen sind immer häufiger auf den Internetseiten der Häuser zu finden; ein positiver Trend, der mit der Eröffnung des ersten multimedialen Theaterinformationssystems [inƒos] am Staatstheater Braunschweig schon im Jahre 1995 eingeleitet wurde.
Da die Videofilme auf den Internetseiten der Theater nicht immer leicht zu finden sind, und ein Informationsdienst über neue Videos bislang fehlt, ist die Übersichtsseite von THEATER-TV recht hilfreich. Hier ein Vorschaubild einer Seite, in der die Produktionen der Hamburgischen Staatsoper präsentiert werden, u. a. auch die aktuelle Inszenierung des "Don Giovanni"
Die einzelnen Videoclips der Theater in Hamburg, Hannover, Dresden, Köln, Cottbus, Essen, Erfurt, Braunschweig, Chemnitz, Bielefeld und neuerdings auch Antwerpen/Gent (Vlaamse Opera) werden im oberen rechten Fenster gezeigt, können jedoch auch in recht guter Qualität als Vollbild-Video abgespielt werden. Nach dem Start des Videos wird ein "Share"-Button eingeblendet, der den Speicherort des Videos auf der Video-Plattform "Vimeo" anzeigt. Somit kann man die direkte Internetadresse des Videos auch Interessierten weiterleiten.
Für Rossini- und Belcantofreunde sind vielleicht die folgenden Filme interessant, aber entdecken Sie selbst.....
Theater Erfurt: "Robert, Le Diable"
Hamburgische Staatsoper: "La Cenerentola" , "Lucia di Lammermoor"
Staatsoper Hannover: "Die Reise nach Reims"
Sächsische Staatsoper Dresden: "Der Barbier von Sevilla"
Während auf THEATER-TV Videos zu aktuellen Aufführungen zu sehen sind, neuerdings auch von der Vlaamse Opera in Antwerpen/Gent, zeigt der Videoserver "Vimeo" auch interessante, archivierte Filme.
Die Benutzerfreundlichkeit beider Seiten könnte zwar noch erhöht werden, aber insgesamt erleichtern sie die Suche nach aktuellen und archivierten Theatervideos.
Da die Videofilme auf den Internetseiten der Theater nicht immer leicht zu finden sind, und ein Informationsdienst über neue Videos bislang fehlt, ist die Übersichtsseite von THEATER-TV recht hilfreich. Hier ein Vorschaubild einer Seite, in der die Produktionen der Hamburgischen Staatsoper präsentiert werden, u. a. auch die aktuelle Inszenierung des "Don Giovanni"
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| Screenshot von THEATER-TV: Hier Übersicht Hamburgische Staatsoper |
Das untere "Don Giovanni"-Video hat z.B. die Speicheradresse (URL) http://vimeo.com/29308986
Für Rossini- und Belcantofreunde sind vielleicht die folgenden Filme interessant, aber entdecken Sie selbst.....
Theater Erfurt: "Robert, Le Diable"
Hamburgische Staatsoper: "La Cenerentola" , "Lucia di Lammermoor"
Staatsoper Hannover: "Die Reise nach Reims"
Sächsische Staatsoper Dresden: "Der Barbier von Sevilla"
Während auf THEATER-TV Videos zu aktuellen Aufführungen zu sehen sind, neuerdings auch von der Vlaamse Opera in Antwerpen/Gent, zeigt der Videoserver "Vimeo" auch interessante, archivierte Filme.
Die Benutzerfreundlichkeit beider Seiten könnte zwar noch erhöht werden, aber insgesamt erleichtern sie die Suche nach aktuellen und archivierten Theatervideos.
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Opernvideos
29. September 2011
Alsterwanderweg-Konzerte mit Rossinis "Petite Messe solennelle" eröffnet
Innige Empfindung, melodischer Charme mit stilistischer Vielfalt und dramatische Akzente
Mit romantischen Klängen in barocker Vielfalt und ungewöhnlicher Instrumentierung, mit der „Petite Messe solennelle“ von Gioachino Rossini, wurden im 49. Jahr seit ihrer Gründung die Alsterwanderweg-Konzerte in der Marktkirche eröffnet. „Eine schöne und lange Tradition in Poppenbüttel“, so die Freude von Kirchenmusikdirektor Michael Kriener. Jeden Sonntag bis zum 25. September, waren Chöre und Organisten aus Preetz, St. Peter-Ording, Stade, Hannover, Berlin und Aachen zu Gast, die eine interessante Mischung aus Bekanntem und „Ungehörtem“ im Programm hatten.
Als „letzte Todsünde meines Alters“ hat der 72-jährige Rossini sein spätes Chorwerk bezeichnet. Rossini schreibt dazu in einer ironischen Widmung an den „lieben Gott“:
„Hier ist sie, die arme kleine Messe. Ist es wirklich heilige Musik (musique sacrée) oder doch vermaledeite Musik (sacrée musique)? Ich bin für die Opera buffa geboren. Du weißt es wohl! Ein bisschen Können, ein bisschen Herz, das ist alles. Sei also gepriesen und gewähre mir das Paradies.“
Der fast spitzbübische Titel „Kleine Messe“, bezieht sich wohl weniger auf die Länge des Werkes, sondern eher auf die kleine und etwas eigentümliche Besetzung, denn er hatte sie für 12 Sänger, 8 für den Chor, vier für die Soli, zwei Klaviere und Harmonium geschrieben. In seiner Widmung verweist Rossini auch auf den Symbolgehalt der für die Aufführung benötigten Sängerzahl:
„Lieber Gott verzeih mir die folgende Gedankenverbindung: 12 an der Zahl sind auch die Apostel in der berühmten Freßszene gemalt im Fresco von Leonardo, welches man das letzte Abendmahl nennt; wer würde es glauben! Es gibt unter Deinen Jüngern solche, die falsche Töne anschlagen!! Lieber Gott beruhige Dich, ich behaupte, dass kein Judas bei meinem Mahle sein wird, und dass die Meinen richtig und mit Liebe Dein Lob singen werden...“
Streicher, Bläser und Schlaginstrumente gibt es in seiner ersten Fassung nicht, aber die drei erwähntenTasteninstrumente als Chorbegleitung. Erst die zweite Fassung schrieb Rossini noch kurz vor seinem Tode für Chor und Orchester. Sie wird aber selten gespielt.
| Am Flügel Eva Barta, die fast durchgehend die Kantorei Poppenbüttel begleitete und eine solide Grundlage bot. Alle Fotos: M. Pantelmann |
Hier war die erste Fassung (mit nur einem Klavier und großem Chor) mit der spielfreudigen Pianistin Eva Barta zu hören, die allerdings in den ersten Passagen etwas zaghaft in die Tasten griff und gegen den mächtigen Chor Mühe hatte, sich durchzusetzen. Fast durchgehend, sogar mit einem konzertanten Solo komponiert, begleitete das unvermutet rhythmisch prägnante Klavier, das dazu noch an vielen Stellen von einem Harmonium, von Chihiro Hirayama, gespielt, als weihevolle Akzente unterstützt wurde. Übergegangen ist man auch dazu, die Aufführungen mit großer Chorbesetzung zu singen.
| Großer Applaus kam auch von der Kantorei Poppenbüttel, die sich bei den Solisten, Instrumentalisten und ihrem Kirchenmusiker bedankte. |
Neben strengen Formmodellen, zum Teil unverkennbar opernhaft und von bestechend melodischem Charme, jedoch von Ernst und inniger Empfindung durchdrungen, enthält dieses sakrale Werk nach dem Beispiel barocker Kantatenmessen einen strukturierten Zyklus von Arien und Chor. Mit allen Bestandteilen einer „Missa solemnis" für das priesterliche Hochamt wie das Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, O salutaris und am Ende das Agnus Dei (Lamm Gottes) in mitreißendem Dialog von Altstimme (Almut Orthaus) und Chor dramatisch herausgearbeitet. Auch wenn Rossinis Kompositionsverständnis vom leichten und gefälligen Genuss geprägt ist, war aber auch hier sein Hauptanliegen die sinnliche Botschaft.
| Die Pianistin Eva Barta mit dem Kirchenmusikdirektor Michael Kriener. |
Unter ihrem Leiter fanden Solisten und Chor, der auch in den unbegleitet gesungenen Sätzen mit dichtem Stimmengeflecht durch dieses energiegeladene Werk marschierte, bei zügigen Tempi und klanglicher Leuchtkraft zu einer fein abgestimmten Ensemble-Leistung zusammen. Besonderen Wert legte der Dirigent auf die Hervorhebung der rhythmischen Feinheiten. Durchweg gut besetzt waren die Solisten mit dem Tenor Martin Kötterle, dem Bass Kevin Gagnon, der Altistin Almut Orthaus sowie der Sopranistin Svenja Liebrecht, die mit beeindruckender Solistenleistung das „O salutaris hostia“ mit ihrer klaren, kraftvollen und absolut höhensicheren Stimme eindringlich und anrührend gestaltete.
Als Kriener zu Beginn der Messe mit Ekkehard Carbow den Solisten nach dem Credo ankündigte, ahnten die Besucher noch nicht, dass sie etwas ganz Einmaliges hören durften; denn wer die Rossini-Messe kennt, mag etwas irritiert gewesen sein: das Harmonium-Solo kam mit dem kraftvollen Klang von der großen Kirchenorgel. „Das gibt es sonst nicht weiter auf der Welt“, sagte Kriener, „nur die Orgel der Marktkirche Poppenbüttel hat Harmonium-Zungen, die wir hier einsetzen konnten“. Mit minutenlangem Beifall und Bravorufen dankten die Besucher in der nahezu ausverkauften Kirche für die gelungene Aufführung.
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Petite Messe solennelle
23. Juli 2011
Opernfreuden mit Joyce DiDonato in Braunschweig
Im Rahmen des Festivals Alter Musik unter dem Motto "Solo Dei Gloria" werden im Winter 2011/2012 drei Händel-Opern konzertant im Staatstheater Braunschweig aufgeführt:
Am 27. November 2011 "Giulio Cesare" u.a. mit Marie-Nicole Lemieux
Am 26. Januar 2011 "Deidamia" u.a. mit Karina Gauvin
Am 11. März 2011 "Ariodante" u.a. mit Joyce DiDonato
Die Einführung zu allen drei Opern gibt die Krimi-Autorin Donna Leon.
Hier die Vorankündigung in der Braunschweiger Zeitung vom 25. Mai 2011:
Weitere Informationen unter Soli Deo Gloria
22. Juli 2011
Konzertante Belcanto-Opern in der Philharmonie im Gasteig 2011/2012
Gaetano Donizetti "Maria Stuarda"
am 2. und 5. Dezember 2011
mit Vesselina Kasarova, Krassimira Stoyanova und Stephen Costello
weitere Infos siehe Gasteig
VIVA BELCANTO
am 2. Mai 2012
Galakonzert mit Glanzstücken aus dem italienischen und französischen Belcanto-Repertoire
mit Vesselina Kasarova und Krassimira Stoyanova
VIVA BELCANTO
am 2. Mai 2012
Galakonzert mit Glanzstücken aus dem italienischen und französischen Belcanto-Repertoire
mit Vesselina Kasarova und Krassimira Stoyanova
Vincenzo Bellini "La Straniera"
am 5./9./12./16. Juli 2012
mit Edita Gruberova
Näheres in der Presseinformation von VITA E VOCE
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3. Juli 2011
YouTube-Kanal für "Rossini in Wildbad"
Wer schon bei den Probenarbeiten für die Premieren in Bad Wildbad zuhören möchte, hat jetzt die Gelegenheit, entsprechende Videos im neuen YouTube-Kanal "ROSSINIWILDBAD" aufzurufen.
Hier ein Bildschirmfoto vom neuen YouTube-Kanal.
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Rossini in Wildbad
2. Juli 2011
Erste Informationen aus Bad Wildbad zum Belcanto Festival
"Es wuselt im Königlichen Kurtheater"
So übertitelt der Schwarzwälder-Bote am 1. Juli 2011 einen Stimmungsbericht zu den Festival-Vorbereitungen.
"Schatzgräber in Sachen Belcanto"
Die Badische Neueste Nachrichten berichtet am 2. Juli über den Leiter von "Rossini in Wildbad", Herrn Jochen Schönleber.
(zum Vergrößern bitte in das Bild klicken)
(zum Vergrößern bitte in das Bild klicken)
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Rossini in Wildbad
"Rossini in Wildbad 2011" startet am 7. Juli
Im Zentrum des Belcanto-Festes stehen diesmal neben acht weiteren Veranstaltungen gleich drei komische Opern auf dem Programm:
Il turco in Italia (Der Türke in Italien) von Gioachino Rossini
Ser Marcantonio (Don Pasquale) von Stefano Pavesi
Il noce di Benevento (Der Hexenbaum von Benevent) von Giuseppe Balducci
Das Gesamtprogramm mit Bestellformular zum Download hier
Das Gesamtprogramm mit Bestellformular zum Download hier
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Rossini in Wildbad
25. Juni 2011
La Cenerentola im Theater Aachen
Nein, dieses “Aschenputtel“ hat wahrlich kein einfaches Leben: Umgeben von etwa 60 Waschmaschinen, deren Frontattrappen die gesamten Seitenwände des Bühnenraums zieren, und mit einem Turmbau an Wäschestücken im Hintergrund versucht sie an 3 Bügeltischen mit überdimensionierten Bügeleisen und entsprechenden Wäschekörben ihren Pflichten als “Hausmädchen für alles“ nachzukommen.
Der erstmals in Aachen tätige spanische Regisseur Joan Anton Rechi, der u.a. Calixto Bieito als seinen Lehrmeister angibt und der 2007 in Freiburg Rossinis Barbiere auf die Bühne brachte, präsentiert dieses Melodramma giocoso vor allem als Burleske mit viel Schwung (auch in den Interaktionen), mit schlüssiger Personenführung und stimmig in Bewegung und Gesten umgesetzter Musik. Beispielsweise hämmern alle Solisten im berühmten Sextett “Questo è un nodo avviluppato“ pausenlos im Rhythmus der Musik auf ihre Mobiltelephone ein, um vielleicht mit fremder Hilfe – natürlich erfolglos – diesen Knoten in ihren Köpfen lösen zu können. Auch andere Einfälle beweisen des Regisseurs Liebe zu detaillierter musikkonformer Inszenierung. So wird der ersten Begegnung Angelina - Don Ramiro jegliche Steifheit genommen, wenn er ihr, nachdem sie mit dem vor Schreck fallengelassenen Kaffeegeschirr seine Hose beschmutzt hat, in Boxershorts fasziniert beim Reinigen und Bügeln seiner Hose zuschaut.
Belcanto-Opern sind im Aachener Theater in den letzten Jahren ziemlich stiefmütterlich behandelt worden, und außer einem konzertanten Mosè in Egitto und einer eher mäßigen Italiana in Algeri (beide 2006) stand Rossini nie auf dem Programm des nach Nürnberg wechselnden GMD Marcus R. Bosch. So war sinnvollerweise die musikalische Einstudierung dieses Meisterwerks dem gerade neu verpflichteten 1. Kapellmeister Péter Halász (bisher am Staatstheater Mainz) anvertraut worden. Er führte das Aachener Orchester zu einer runden Leistung mit Rossinischem Esprit, bei der allerdings das Blech insgesamt etwas grell und zu dominierend wirkte. Das Publikum im sehr gut besuchten Stadttheater – wann gab es zuletzt eine solch lange Schlange vor der Abendkasse?! - war begeistert von diesem gut dreistündigen Genuss (nur die Clorinda – Arie und der Eingangschor zum 2. Akt fehlten) und ließ sich am Ende zu Standing Ovations hinreißen.
Walter Wiertz (Besuchte Vorstellung am 23.06.11)
Weitere Vorstellungen am 1./10./17./20. Juli 2011
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| Leila Pfister, Astrid Pyttlik, Rolf A. Scheider, Eva Bernard Quelle: Theater Aachen © Wil van Lersel |
Ihre Blicke wandern häufig zu einem Fernsehapparat, auf dessen Bildschirm permanent Bilder von Traum-Hochzeiten in Adelskreisen ablaufen. Die Bullaugen dieser Waschmaschinen dienen manchmal durchaus ihrem eigentlichen Zweck, wenn Dandini z.B. im 2. Akt seine fürstlichen Gewänder entsorgen muss, bieten aber auch den dann mit Ferngläsern bewaffneten 16 Herren des Theaterchors Guckfenster zur Bühne.
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| Tansel Akzeybek, Leila Pfister Quelle: Theater Aachen © Wil van Lersel |
Gelegentlich gibt Rechi aber auch seinem Affen zuviel Zucker: So werden “Clorindina“ und “Tisbetta“, wie ihr Vater sie in gewissen Situationen nennt, als kreischende und permanent zankende Schwestern stark überzeichnet, vor allem wenn sie (als Running Gag) in Überraschungsmomenten - an die zehn Mal! – synchron ohnmächtig zu Boden gehen. Allerdings spielen und singen Eva Bernard als Clorinda (mit etwas schriller Mittellage) und Astrid Pyttlik, deren Tisbe ebenso hübsch aussieht wie sie singt, diese weniger bösen als eher streit– und selbstsüchtigen Zicken in diesem Konzept überzeugend. Auch die übrigen Protagonisten sind mit sehr viel Spielfreude bei der Sache und singen gut, ja sogar großartig. Die Angelina der in Basel geborenen Leila Pfister beginnt etwas verhalten und wirkt in Ensembleszenen punktuell etwas leise, läuft aber in ihrem Finalrondo zu grandioser sängerischer Gestaltung auf. Ihr “principe“ Don Ramiro wird von dem u.a. in Bonn engagierten Tansel Akzeybek, einem stimmschönen und höhensicheren tenore leggiero, gesungen – Klasse! Auch bei den drei tiefen Männerstimmen war viel Erfreuliches zu hören: der vor Spiellust fast berstende Hrólfur Saemundsson als Dandini mit baritonalen Höhenflügen, Pawel Lawreszuk als der weise Drahtzieher Alidoro – er sang die von Rossini 1821 nachkomponierte Arie “Tutto cangiò per te“ - und Rolf A. Scheider, der mit wunderbar sonorer Bassstimme der Buffopartie des Don Magnifico vielleicht ein zu junges Profil gab.
Walter Wiertz (Besuchte Vorstellung am 23.06.11)
Weitere Vorstellungen am 1./10./17./20. Juli 2011
17. Juni 2011
Auf zu 'Les Huguenots' in Brüssel!
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| Quelle: BRF |
Folglich bildet die für den Plot zentrale Liebesbeziehung zwischen dem Hugenotten Raoul de Nangis und der katholischen Adligen Valentine den bewegenden menschlichen Kontrast zu dieser intriganten politischen Szenerie. Dazu werden wir Zeugen genialer Bühnenbilder (verschiebbare Häuserfassaden der einzelnen Schauplätze), epochenmäßig differenzierter doch immer passender Kostüme, unvergesslicher Details nicht nur in der Personenführung und – last but not least – grandioser Sängerleistungen: In dieser “Nacht der sieben Sterne“ erlebten wir am 14. Juni John Osborn (Raoul), Henriette Bonde-Hansen (Marguerite de Valois), Ingela Brimberg (Valentine), Blandine Staskiewicz (Urbain) und Francois Lis (Marcel). Wie man den geradezu hymnischen Premierenbesprechungen (u.a. bei DLR Kultur, Der Neue Merker, BRF, podcast.de) entnehmen kann, konnte aber auch die Alternativbesetzung begeistern: Eric Cutler, Marlis Petersen, Mireille Delunsch, Yulia Lezhneva und Jérome Varnier.
Ein ausführlicherer Bericht folgt nach unserem Besuch einer Vorstellung mit der letztgenannten Besetzung.
Weitere Aufführungen dieses großen Opernereignisses finden noch statt am: 19., 21., 23., 24., 26., 28. und 30. Juni. Außerdem wird diese Inszenierung im März des kommenden Jahres an der Opéra National du Rhin in Straßburg zu sehen sein.
24. Mai 2011
Rossinis "Petite Messe solennelle" in Köln
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| Fotos: privat |
Durch einen Hinweis in diesem Blog erfuhren wir von einer Aufführung von Rossinis "Petite Messe solennelle" in der Basilika St. Aposteln in Köln. Die Messe wurde in der Urfassung für Klavier und Harmonium dargeboten. Alle verfügbaren Kirchenbänke waren mit erwartungsvollen Besuchern besetzt, "ausverkauft" würde man im Konzertsaal sagen. Hier wurde jedoch kein Eintritt verlangt. Dass das zu dieser Fassung eigentlich gehörende zweite Klavier fehlte, war zu verschmerzen, weil das Klangvolumen in dem gewaltigen Kirchenraum einer besonderen Verstärkung nicht unbedingt
bedurfte.
Wie wir hörten, ging die sehr beeindruckende Aufführung wohl auf eine Initiative des Gürzenich-Chores zurück, der damit die Reihe bekannter Konzertveranstaltungen in der bedeutendsten romanischen Basilika Kölns fortsetzte. Unter ihrem Leiter Christian Jeub fanden Solisten und Chor zu einer fein abgestimmten Ensemble-Leistung zusammen. Der Dirigent legte besonderen Wert auf die Hervorhebung der rhythmischen Feinheiten des Werkes.
Anna Agathonos, Mezzosopran, bot die beeindruckendste Solistenleistung des Abends. Das "Agnus Dei" gestaltete sie eindringlich und anrührend. Die Sopranistin Nadine Trefzer, der Tenor Seong-Jun Cheon und der Bass Charles Moulton standen ihr aber kaum nach.
In solchen Kirchenräumen ist aufgrund des extrem langen Nachhalls eine differenzierte Beurteilung instrumentaler Details oft schwierig. Annette Reifig am Harmonium und Wolfgang Hoyer am Klavier boten aber die solide Grundlage dieser Aufführung.
Dieter Kalinka (Einmalige Aufführung am 22.05.2011)
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Petite Messe solennelle
18. Mai 2011
Wir nehmen Abschied
Eine traurige Nachricht für alle Freunde von Astrid Fricke
Astrid, meine geliebte Ehefrau und Mitautorin in diesem Belcantoblog ist am 1. Mai 2011 nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben.
Sie war bis zuletzt auch im Internet sehr präsent, nicht nur hier im Belcantoblog, sondern auch in einem Posterousblog (jetzt bei Wordpress) unter dem Pseudonym Sita und bei Twitter unter dem Namen Picro.
Sie war eine erfolgreiche Juristin, Rechtsanwältin und Professorin für Familien- und Jugendrecht, doch für uns hatte sie eine Künstlerseele.
Sie hat es in hervorragender Weise verstanden, ihre Gedanken und Gefühle mit anderen zu teilen. Ihr wunderschönes Geigenspiel, ihre Begeisterungsfähigkeit und ihr Humor, ihre Kreativität und ihr einzigartiges Schreibtalent, ihre Beobachtungsgabe und ihr großes Herz werden uns allen unendlich fehlen.
Wer diese Seiten von ihr entdecken möchte, ist eingeladen, ihre Texte noch einmal zu lesen: Hier im Belcantoblog ihre Opernrezensionen und im Wordpressblog weitere Texte, wie Krimirezensionen oder vielfältige Alltagsbeobachtungen.
Nach Gründung dieses Opernblog im Herbst 2007 hat meine Frau 30 Berichte zu Opern und zahlreiche Kommentare verfasst, angefangen vom Bericht über die "La scala di seta" in Potsdam bis hin zur "La Lodoiska" in Ingolstadt". Sie hat zusammen mit vielen anderen Autoren dazu beigetragen, dass neue Formen der Internetkommunikation auch für die Oper ausprobiert werden konnten. Wegen des leichten Einsatzes von Bild, Ton und Film und der Möglichkeit der schnellen, unmittelbaren und barrierefreien Rückmeldung sind Blogs aus dem Kanon der Kommunikationsmöglichkeiten nicht mehr wegzudenken.
Astrid Fricke war keine Opernexpertin, aber sie konnte das, was sie gesehen und gehört hatte, sehr anschaulich und überzeugend zu Papier bringen, manchmal auch gegen Expertenmeinungen. Denn sie vertrat das Motto "I believe that it is better to have own imperfect ideas than to copy others" (aus ihrer Profilbeschreibung zum Posterousblog).
Ihr Beitrag "Rossini in Wildbad 2010 ein Rückblick" hat immer noch die höchsten Zugriffszahlen und wurde sogar in eine Rossini-Ausstellung in Bad Wildbad übernommen. Dieser Beitrag ist eigentlich keine Opernrezension, sondern ein Stimmungsbericht zum Festival im Schwarzwald und zeigt, dass das Opernpublikum auch dafür empfänglich ist.
Die Rezension zu "Moise et Pharaon - Rossini in Nürnberg" hat wegen des Regiekonzeptes erfreulich viele Kommentare und Gegenbeiträge ausgelöst. Auch diese neue Diskussionsform im Internet musste von allen Betroffenen ausprobiert werden; Ärger kam schon mal auf. Astrid Fricke hielt sich zurück und schrieb dann in ihrem Posterousblog humorvolle Glossen über Vereinsmeierei (Der deutsche Verein - ein Minenfeld) oder über den Kulturredakteur Fürchtegott Jonathan (Kulturredakteur, zweitklassig?).
Thematisch hat sie nicht nur die wichtigen Rossini-Opern der Festivals Bad Wildbad 2008 und Pesaro 2008 rezensiert, sondern auch selten gespielte Opern, wie "Il templario" und die Braunschweiger Aufführungen der Opern von Spohr, Gomes und Mayr. Auch das Orlando-Thema hat sie nicht nur literarisch sehr interessiert, was dazu führte, dass wir die entsprechenden Opern von Haydn, Vivaldi und Händel in Braunschweig, Frankfurt und Halle besuchten. Auch folgten wir den Opern des wieder entdeckten Simon Mayr, nachdem wir seine Fedra in Braunschweig hören konnten. Die "La Lodoiska" von Simon Mayr in Ingolstadt, die uns sehr beeindruckt hat, war unser letztes gemeinsames Opernerlebnis.
Reiner Fricke
Liste der von Astrid Fricke verfassten Beiträge:
30. „Le Comte Ory“ an der Met in einer „Provinz-Theater“-Fassung? (16.04.2011)
29. Rückblick auf die Händel-Festspiele in Halle (07.02.2011)
28. „Il Palazzo incantato“ et „il Combattimento“ in Lauchstädt (07.02.2011)
27. Simon Mayrs Oper „La Lodoiska“ in Ingolstadt (27.09.2010)
26. Rossini in Wildbad 2010 - ein Rückblick (01.08.2010)
30. „Le Comte Ory“ an der Met in einer „Provinz-Theater“-Fassung? (16.04.2011)
29. Rückblick auf die Händel-Festspiele in Halle (07.02.2011)
28. „Il Palazzo incantato“ et „il Combattimento“ in Lauchstädt (07.02.2011)
27. Simon Mayrs Oper „La Lodoiska“ in Ingolstadt (27.09.2010)
26. Rossini in Wildbad 2010 - ein Rückblick (01.08.2010)
25. Schlossfestspiele Schwerin: Verdi „Die Macht des Schicksals“ (17.07.2010)
24. Giovanni Simone Mayrs „Medea in Corinto“ in München (04.07.2010)
23. Damen, Ritter, Waffen und Liebe. Ariosts Orlando furioso auf der Opernbühne (15.06.2010)
22. G. F. Händels Oper „Orlando“ in Halle (08.06.2010)
21. Auber: „La Muette de Portici – die Stumme von Portici“ (19.05.2010)
20. Rossinis Armida aus der Met im Kino (15.05.2010)
19. Christoph Willibald Gluck: „Alkestis“ (Alceste) in Leipzig (19.04.2010)
18. „Salvator Rosa“ – Deutsche Erstaufführung in Braunschweig (18.03.2010)
17. Rossini und Metternich (Bericht zu einem Beitrag, 17.02.20109
16. „Moïse et Pharaon“ - Rossini in Nürnberg (15.03.2010)
15. Vivaldis „Orlando furioso“ in Frankfurt (07.03.2010)
14. Orlando paladino - Ernst-komische Oper von Joseph Haydn (01.06.2009)
13. Spohrs Oper „Der Alchymist“ in Braunschweig (30.05.2009)
12. Pesaro – Opernfreude in bella Italia (27.08.2008)
11. Rossinis "Ermione" in Pesaro 2008 (27.08.2008)
10. Rossinis "Maometto II" in Pesaro 2008 (27.08.2008)
09. Rossinis “L'equivoco stravagante” in Pesaro 2008 (26.08.2008)
08. GIOACHINO ROSSINIS "OTELLO" in Wildbad (24.07.2008)
07. Rossinis "L´Italiana in Algeri" in Bad Wildbad, 2008 (24.07.2008)l
06. Rossinis "Edipo a Colono" in Bad Wildbad, 2008 (24.07.2008)
05. PACINI bei "ROSSINI IN WILDBAD 2008" (23.07.2008)
04. Vincenzo Bellini: "I Capuleti e I Montecchi" in Rheinsberg (5.07.2008)
03. Il Templario" Otto Nicolai in Chemnitz (26.06.2008)
02. Fedra bei den Staatstheater-Freunden (13.03.2008)
01. Potsdam "La scala di seta" (18.11.2007)
24. Giovanni Simone Mayrs „Medea in Corinto“ in München (04.07.2010)
23. Damen, Ritter, Waffen und Liebe. Ariosts Orlando furioso auf der Opernbühne (15.06.2010)
22. G. F. Händels Oper „Orlando“ in Halle (08.06.2010)
21. Auber: „La Muette de Portici – die Stumme von Portici“ (19.05.2010)
20. Rossinis Armida aus der Met im Kino (15.05.2010)
19. Christoph Willibald Gluck: „Alkestis“ (Alceste) in Leipzig (19.04.2010)
18. „Salvator Rosa“ – Deutsche Erstaufführung in Braunschweig (18.03.2010)
17. Rossini und Metternich (Bericht zu einem Beitrag, 17.02.20109
16. „Moïse et Pharaon“ - Rossini in Nürnberg (15.03.2010)
15. Vivaldis „Orlando furioso“ in Frankfurt (07.03.2010)
14. Orlando paladino - Ernst-komische Oper von Joseph Haydn (01.06.2009)
13. Spohrs Oper „Der Alchymist“ in Braunschweig (30.05.2009)
12. Pesaro – Opernfreude in bella Italia (27.08.2008)
11. Rossinis "Ermione" in Pesaro 2008 (27.08.2008)
10. Rossinis "Maometto II" in Pesaro 2008 (27.08.2008)
09. Rossinis “L'equivoco stravagante” in Pesaro 2008 (26.08.2008)
08. GIOACHINO ROSSINIS "OTELLO" in Wildbad (24.07.2008)
07. Rossinis "L´Italiana in Algeri" in Bad Wildbad, 2008 (24.07.2008)l
06. Rossinis "Edipo a Colono" in Bad Wildbad, 2008 (24.07.2008)
05. PACINI bei "ROSSINI IN WILDBAD 2008" (23.07.2008)
04. Vincenzo Bellini: "I Capuleti e I Montecchi" in Rheinsberg (5.07.2008)
03. Il Templario" Otto Nicolai in Chemnitz (26.06.2008)
02. Fedra bei den Staatstheater-Freunden (13.03.2008)
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