25. Februar 2008

Vorfreude auf Bad Wildbad 2008...


... und auf Michael Spyres als Otello!




Der junge Tenor startet nach seinem Erfolg in "La gazzetta" 2007 in Bad Wildbad - hier noch einmal das Video - eine vielversprechende Karriere:

"For the 2008/2009 season Michael Spyres will be member of the Deutsche Oper Berlin, where he will be making his debut as Tamino in Die Zauberflöte and also appear as Steuermann in Der fliegende Holländer, Arturo in Lucia di Lammermoor...." mehr im Beitrag "Bad Wildbad und Pesaro junge-karrieren.html"
Von Händel bis Offenbach: Videos_bei_youtube.com/

Rätselhafte Sesamstraße - Kekse in Aidas Ägypten?




Die Dame etwa nicht erkannt? Hier die Lösung (und ein weiterer Spaß): Sesame_Street_Sing_after_me

24. Februar 2008

Vorfreude auf Pesaro 2008...

... und Rückschau auf Pesaro 1987: Ermione



Lust auf mehr? Hier zwei ausführliche Duette:
Caballé und Merritt und Blake und Morino

17. Februar 2008

Es war einmal - Belcanto aus Russland

Belcanto-Gesang der "Alten Schule"


Ivan Kozlowski, ein Tenor, der sowohl den Conte Almaviva als auch den Lohengrin sang, hier als gefühlvoller Lenski




Weitere Beispiele für die Belcanto-Gesangskunst russischer Sänger gibt es zu hören (und zu sehen) in den Beiträgen Belcanto-auf-Russisch und Zum-Gedenken-an-eine-grosse-Rossini-Saengerin.

14. Februar 2008

Ein superbes Opern-Wochenende


Es berichten Ira und Dieter:

Liebe Rossini-Freunde,

Sonne satt, Oper satt - so könnte man das frühlingshafte und heitere letzte Wochenende bei uns betiteln.

Freitag, 8.2., sind wir nach Köln gedüst zur Italienerin in Algier. In erster Linie der Ponnelle-Inszenierung wegen, die uns denn auch nicht enttäuscht hat. Sie war wirklich faszinierend, wunderschön, sehr differenziert auf den Text abgestimmt, ästhetisch, stringent. Dabei zwar realistisch, aber artifiziell in der Darstellungsweise. Die Sängerin der Isabella (Viola Zimmermann) war leider "blass, dünn, mickrig" bei Stimme, dies umso deutlicher, als Lindoro (Javier Camarena) einfach toll sang, glänzte und kontrastierte. Die Personenregie war absolut modern, alle psychologischen Momente wurden ausgespielt. Chor gut, Gürzenich-Orchester (Enrico Delamboye) gut, Stimmung gut. Fotogalerie zur Italiana in Köln

Samstag, 9.2., dann auf nach Lüttich, Heimliche Ehe von Cimarosa. Die Inszenierung war im Stil naturalistisch, hatte aber durchaus Anklänge an Ponnelle, allerdings ästhetisch nicht so stilisiert, sondern bodenständiger. Die szenischen Andeutungen interpretierten präzise und phantasievoll den Inhalt, so dass man vieles mühelos verstehen konnte, ohne die italienische Sprache zu können (es gab aber, wie immer, deutsche Untertitel). Überhaupt harmonierte die Inszenierung hervorragend mit dem Ambiente des Lütticher Opernhauses. Alle Sänger waren sehr, sehr gut, wirklich ausnahmslos. Es gab am Ende einen absolut ungewöhnlich langen Applaus mit rhythmischem Klatschen des begeisterten Publikums.

Sonntag, 10.2., ging es zum Abschluss nach Gelsenkirchen ins MiR zu Donizettis "Belagerung von Calais". Auch dieser Abend wurde ein Highlight, genau wie die erste Aufführung vor einer Woche. Da haben die Gelsenkirchener wirklich eine musikalische Perle ausgegraben. Die Aufführung war konzertant und wurde nur zweimal präsentiert. Donizetti hatte diese Oper 1836 für Neapel geschrieben und dort auch uraufgeführt. Als er dann nach Paris übersiedeln wollte, hat er sie sich des Themas wegen als Einstand dort ausgesucht und insbesondere in der Orchestrierung sorgfältig überarbeitet. Das MiR hatte seine besten Sänger an die Front geschickt. Insbesondere schlug sich unser Mitglied Anna Agathonos bravurös und lieferte zusammen mit Claudia Braun faszinierende Duette ab. Auch die beiden Bass-Baritone, Christian Helmer als Bürgermeister von Calais und Melith Tepretmez als König Eduard, waren hervorragend. Chor und Orchester unter dem Dirigat von Bernhard Stengel liefen zur Höchstform auf. Mit dieser Aufführung konnte das MiR den dürftigen Comte Ory im November 2007 mehr als wettmachen.

3. Februar 2008

Zum Gedenken an eine große Rossini-Sängerin


Zara Dolukhanova
(1918 – 2007)
Am 4. Dezember 2007 verstarb Zara Dolukhanova. Sie war eine Sängerin vom Rang einer Conchita Supervia und einer Marilyn Horne. Sie debütierte 1938 in Eriwan und sang ab 1944 in Moskau am Bolschoi und im Rundfunk, ab 1959 auch weltweit in Konzerten. Ab etwa 1965 wechselte sie vom Contralto-Fach ins Sopranfach und sang Partien wie Norma, Aida und Tosca.

In Russland war sie die erste Cenerentola und hat zahlreiche Aufnahmen hinterlassen, darunter Gesamtaufnahmen von Rossinis „La Cenerentola“ (mit der Cabaletta des Malcolm aus "La donna del lago" als Einlagearie) und „L’italiana in Algeri“, beide aus dem Jahre 1951 und trotz der russischen Sprache Wunder an Eloquenz, mit perfekten Koloraturen ohne Aspiration und mit fein schwingenden Trillern: Rossinigesang in der Belcanto-Tradition des 19.Jahrhunderts. Beide Aufnahmen sind auf CD erhältlich.

Rossini – teils auch auf Italienisch - gibt es auf einer CD der Preiser-Serie „Lebendige Vergangenheit“ (Semiramide) und in einem Konzertmitschnitt aus Moskau vom 15. Januar 1954 (Semiramide und Barbiere - CD vom Label Russian-Disc). Auf dieser Moskauer Aufnahme gibt es auch das Unikum eines falsch deklarierten Programmpunktes zu entdecken: Die Trackliste gibt das Ave Maria aus Verdis Otello an, gesungen wird aber das von Verdi 1880 für den sakralen Gebrauch komponierte Ave Maria, - Irrtum oder doch wohl eher Absicht? Unter Stalin durfte jedenfalls vieles nicht öffentlich aufgeführt werden, möglicherweise eben auch und gerade katholische Kirchenmusik. Das galt aber auch für den bereits 1948 entstandenen Liederzyklus "Aus jüdischer Volkspoesie" von Dimitri Schostakowitsch, an dessen spektakulärer Uraufführung im Januar 1955 Zara Dolukhanova mitwirkte.

Die enorme Vielseitigkeit dieser großen Sängerin zeigt die bei Guild Historical erschienene Kassette mit vier CDs: neben russischen Liedern auch Arie Antiche (italienisch gesungen), Mozart (u. a. Exultate, jubilate), Rossini (zwei Stücke aus den Soirées Musicales), Schumann (Frauenliebe und –leben), Schubert, de Falla (spanisch gesungen), Richard Strauss, Benjamin Britten (englisch gesungen) u.a.
Ihre Aufnahmen machen sie unvergesslich.

Biogr. und Discogr. Zara Doloukhanova
Nachtrag: Jetzt gibt es bei YouTube die Cavatina des Arsace aus Semiramide – Ah quel giorno