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24. Juli 2008

Rossinis "Edipo a Colono" in Bad Wildbad, 2008

Im Rahmen des Festkonzertes aus Anlass des Jubiläums "20 Jahre Rossini in Wildbad" am 20. Juli 2008 wurden zum gleichen Thema zwei unterschiedliche Werke aufgeführt. Zum einen die bejubelte Uraufführung "KOLONOS" von Wolfgang Rihm und zum anderen Rossinis "Edipo a Colono".
Die Grundlage für Rossinis Auftragswerk "Edipo a Colono" bilden die von dem Literaten Giambattista Giusti in ein sangbares Italienisch transponierten Verse des antiken griechischen Dichters Sophokles. Das zunächst unvollständige Werk wurde höchstwahrscheinlich von Rossini zwischen 1840 und 1843 selbst vervollständigt und nicht von einem unbekannten Mitarbeiter.
Im Programmheft heißt es in der Überschrift: "Rossinis Edipo a Colono – Befremdendes Ergebnis eines Experiments". Das klingt intellektuell und abgehoben, ist es aber nicht. Singt ein Bass wie Lorenzo Regazzo den Corifeo in Rossinis Schauspielmusik zur Tragödie des Sophokles, stellt sich Ergriffenheit ein. In tiefen klagenden Tönen wird das Schicksal des blind in Kolonos umherirrenden Ödipus geschildert. Da geht es um eine Natur, die er nicht mehr sehen kann, um eine Begegnung mit dem Totenreich vor dem endgültigen Verlöschen. Das wird akzentuiert durch eine fein ausgearbeitete Orchesterbegleitung. Streckenweise bildet heller Geigenklang einen eindrucksvollen Gegensatz zu der vom Gesangssolisten ausgedrückten Trauer. Diese Musik, mit Männerchor untermalt, erinnert vordergründig überhaupt nicht an Rossinis eher diesseitiges Opernschaffen. Die Stimmung von Fremdheit und Verlassenheit, die auch Rihms anschließend aufgeführtes Stück „Kolonos“ mit dem Altus Matthias Rexroth auszeichnet, wird durch die seltsamen, gleichwohl auch in der Übertitelung verständlichen Texte verstärkt. Ein tief beeindruckendes Werk! Das Dirigat lag wiederum in den bewährten Händen Antonino Foglianis.
In 3sat wurde ein kurzer Filmbeitrag zum Festkonzert gesendet. Hier direkt zum Filmabruf.
Autorin: Astrid Fricke unter Mitwirkung von Dieter K.