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13. August 2010

"Le Siège de Corinthe" in Bad Wildbad 2010



Wenn man - wie in unserem Fall - Rossinis erste französische Oper Le siège de Corinthe, die 1826 an der Pariser Oper Premiere feierte, noch nie live erlebt hat, möchte man sich auf diese Erstbegegnung entsprechend vorbereiten - im Zeitalter des Internets natürlich kein großes Problem. Hierbei macht man sehr bald aufschlussreiche Entdeckungen: Man erfährt zuallererst - für Rossini-Kenner und -Liebhaber sicherlich Basiswissen! - , dass die Belagerung Korinths eine für Paris und die dortigen Gegebenheiten bzw. Erwartungen umgearbeitete Fassung des 1820 für das Teatro San Carlo in Neapel geschriebenen Maometto II ist. (Dieses “dramma per  musica“ haben wir im Kreise von Mitgliedern der DRG bereits viermal in den letzten 10 Jahren auf Bühnen in Straßburg, Bad Wildbad [Fassung für Venedig 1822 mit lieto fine], Amsterdam und Bremen genießen können).

Sucht man dann nach akustischen “Hilfsmitteln“ - sprich CD/DVD-Aufnahmen dieser tragedie-lyrique in 3 Akten -, gibt es die erste Überraschung: Legal ist eine einzige Gesamtaufnahme auf dem Markt, die 1992 als Mitschnitt von zwei Aufführungen in Genua von Nuova Era publiziert wurde (unter Paolo Olmi sangen u.a. Luciana Serra und Dano Raffanti). Bei YouTube kann man außerdem ausführliche Szenenausschnitte der Inszenierung anschauen, die die Opéra Lyon 2001 auf die Bühne brachte (u.a. mit Darina Takova, Marc Lahó und Michele Pertusi). Von der Produktion des ROF 2000 in Pesaro, die offiziell auf keinen Tonträgern vorliegt, habe ich nur gelesen, dass sie musikalisch durchaus gelungen, szenisch aber ein Fiasko gewesen sein soll. Der Vollständigkeit halber - und um die Sache noch komplizierter zu machen - muss natürlich erwähnt werden, dass es Live-Mitschnitte von L’Assedio di Corinto aus der Scala di Milano von 1969 (unter Thomas Schippers sangen u.a. B. Sills, M. Horne und F. Bonisolli) und aus der New Yorker Met von 1976 (wieder mit B. Sills und diesmal Sh. Verrett) gibt.

Doch - und dies ist die zweite Überraschung - ist diese Oper nicht einfach eine Art Rückübersetzung der französischen Originalversion ins Italienische, sondern eine Kompilation aller Fassungen. Die eklatanteste Abweichung dürfte sicherlich sein, dass in der Siège der Néocles eine Tenorpartie ist, während in dem fast schon pasticcio-artigen L’Assedio diese Rolle von einem Mezzosopran gesungen wird. Welche anderen gravierenden Änderungen es in dieser musikalisch durchaus fesselnden Schippers-Aufnahme gab, kann man sehr detailliert in Ph. Gossetts  faszinierendem Buch „Divas and Scholars“ nachlesen (vgl. Ch. Jernigans Rezension dieses Buches in “La Gazzetta“ 2007, pp. 64 ff.).

Eine zuverlässige Edition oder gar edizione critica dieser Oper, die man in ihrer Mischung aus italienischen Wurzeln und französischem “Ambiente“ (Sprache, Ballett etc.) als Vorläufer der grand opéra bezeichnen könnte, existiert bis heute noch nicht. So kam das Werk in einer Neuausgabe des Wildbader Festivals als “Revision nach der Originalausgabe und nach den Aufführungsquellen von Jean-Luc Tingaud“ zur Aufführung, in der der junge französische Dirigent auch die musikalische Einstudierung und Leitung innehatte. Er entfachte in dieser konzertanten Aufführung vor allem bei den martialischen Szenen das nötige orchestrale Feuer, das allerdings gelegentlich in (zu) großer Lautstärke loderte. (Der Fairness halber muss ich einräumen, dass dieser Eindruck durch unsere Plätze in der 1. Reihe bedingt entstanden sein kann.)

Die in den 2. Akt passend zu den begonnenen Hochzeitsfeierlichkeiten eingefügte Ballettmusik - den Regeln der Pariser Oper entsprechend - gelang hingegen den Virtuosi Brunensis, dem Stammorchester des Festivals, in bezaubernder Weise. Der erstmals in Bad Wildbad eingesetzte Chor Camerata Bach aus Posen überzeugte mit Wohlklang und Fülle, ließ aber einen engagierteren Bezug zur Opernhandlung vermissen. Dieses Eingehen auf das dramatische Geschehen zwischen und in den Charakteren ist auch und gerade bei konzertanten Aufführungen notwendig, damit diese nicht zu einem oratorienhaften Stehkonzert “verkommen“ (wer einmal Edita Gruberova als konzertante Norma erlebt hat, weiß, was da möglich ist, wenn man seine Rolle beherrscht!).

Majella Cullagh Lorenzo Regazzo Michael Spyres
Majella Cullagh, Heroine in zahlreichen Belcanto-Aufnahmen bei OperaRara, gelang es mit ihrer in allen Registern wohlklingenden Sopranstimme in Koloraturen und dramatischen Ausbrüchen ihrer Pamyra Leben einzuhauchen und deren Konflikt zwischen Liebe und vaterländischer Pflicht spürbar zu machen. Ihr ebenbürtig in stimmlicher Präsenz und dramatischer Gestaltung war der Bass von Lorenzo Regazzo als Mahomet II. Stimmlich am meisten beeindruckte mich trotzdem Michael Spyres, seit La Gazzetta (2007), aber vor allem seit seinem Otello (2008) ein Liebling des Wildbader Publikums. Er meisterte die teilweise hoch notierte Rolle des jungen griechischen  Offiziers Neocles (in der Premiere von Adolphe Nourrit gesungen!) mit seinem berückenden Timbre, aber auch - wo nötig - mit baritonaler Tiefe souverän und begeisternd.



Der englische Tenor Justin Lavender hat dessen große Arie aus dem 3. Akt “Grand Dieu faut-il qu’un peuple qui t’adore“ in seinem  hörenswerten Recital “Rossini und Donizetti- Arias“ (1995 bei Carlton Classics erschienen) ähnlich glanzvoll gesungen. Wir freuen uns schon auf ein Wiederhören mit M. Spyres als Tamino in der ORW in Liège im Oktober dieses Jahres und auf seinen Alamiro in Donizettis Belisario im Februar 2011 in London. Alle anderen, darunter zwei weitere Tenöre (vorrangig  Marc Sala als Cléomène aber auch Gustavo Quaresma Ramos als dessen Vertrauter Adraste) sowie Silvia Beltrami als Ismène und die beiden tiefen Männerstimmen (der französische Bass Matthieu Lécroart als der Grabwächter Hiéros und der italienische Bariton  Marco Filippo Romano als Mahomets Vertrauter Omar) rundeten das Bild einer Aufführung ab, die das Publikum in der ausverkauften Neuen Trinkhalle, deren Akustik und Fluidum trotz sicherlich großem Bemühen verbesserungswürdig sind, danach begeistert in das Wildbader Nachtleben eintauchen ließ.

Und ich bezweifle, dass ein Kritiker dieses letzten Wildbader Wochenendes Recht hat, wenn er über die Akzeptanz der vier Aufführungen beim Publikum abschließend meinte, der große Beifall und Jubel seien “typisch für ein unkritisches Festivalpublikum“. Stellvertretend für viele mag die Aussage eines in europäischen Opernhäusern wohl bewanderten Opernfreundes aus Belgien stehen, der mit einem kleinen Bus von 20 Opernbegeisterten aus Liège und Brüssel zum ersten Mal in Bad Wildbad war: Sie alle waren vom musikalischen Niveau weitgehend begeistert, von der Spielstätte des Hauptgeschehens aber weniger angetan.
Aber darüber sprachen wir ja schon …

Walter Wiertz (Besuchte Vorstellung: 23. Juli 2010)

8. August 2010

Solisten von "Rossini in Wildbad" 2010 in Bild und Ton

Auch dieses Jahr gab es beim Festival „Rossini in Wildbad“ eine interessante Mischung von bekannten und neuen Stimmen zu hören.




An erster Stelle ist Michael Spyres zu nennen, ein Tenor mit fulminanter Höhe und baritonaler Tiefe und mit einem vorbildlichen Legato, der eine viel versprechende internationale Karriere gestartet hat (aktuelle Informationen auf seiner Homepage und hier). Dieses Jahr sang er in Bad Wildbad den Néoclès in den konzertanten Aufführungen von Rossinis „Le Siège de Corinthe“:





(leider stellenweise sehr leise)

Es lohnt sich immer wieder, auch die Videos (in guter Tonqualität!) von seinen früheren (szenischen) Auftritten in Bad Wildbad zu bestaunen:
Rossini "La gazzetta" 2007
Rossini "Otello" 2008


Auch mit Lorenzo Regazzo gab es in „Le Siège de Corinthe“ (und bei den Duetti buffi mit Bruno Praticò) ein sehr erfreuliches Wiedersehen und Wiederhören in Bad Wildbad, leider aber (noch) kein Video davon. Aber ansehen sollte man sich dieses Video hier, - da ist er mal nicht auf Anhieb zu erkennen.

Videos von weiteren Solisten dieser Produktion, die auf CD erscheinen soll:
Majella Cullagh (Pamyra)
Marc Sala (Cléomène) (auch zu erleben im Wildbad-Video hier im Blog)
Silvia Beltrami (Ismène)

Auch von der diesjährigen „Cenerentola“ gibt es bei YouTube ein Video:


Wie man sieht und hört, war auch dieses Jahr Bruno Praticò wieder in Bad Wildbad dabei, diesmal als Don Magnifico. Von dessen Arie gibt es ein wunderbares Video von einem Konzert in St. Petersburg, interessanterweise dirigiert von dem international als Tenor bekannten Giuseppe Sabbatini:




Mir hat besonders der erst 22 Jahre alte Bernhard Hansky als Dandini gefallen: klangvolle Stimme, koloratursicher und von erstaunlicher Bühnenpräsenz. Auf seiner Homepage gibt es ein Audio von seiner Auftrittsarie, aufgenommen in Bad Wildbad:
Arie des Dandini



Die Cenerentola sang die bereits für Wien und Zürich engagierte Serena Malfi (Videos) - Auch von dem Sänger des Ramiro, Edgar Ernesto Ramirez, gibt es Videos bei YouTube.


Szenen-Fotos von "Rossini in Wildbad" 2010:


Insbesondere wegen der zahlreichen Fotos und für diejenigen, die des Niederländischen bzw. des Französischen mächtig sind (oder die die oft bizarren Google-Übersetzungen enträtseln mögen) hier als Ergänzung zur Presseschau die Rezensionen von „Opera gazet“ und „Forum Opéra“

Opera Gazet: alle drei Opernrezensionen hier

Forum Opéra:
Le Siège de Corinthe
La Cenerentola
Adelina
Duetti buffi

Neugierig geworden, wer in früheren Jahren bei "Rossini in Wildbad" gesungen und wer von dort aus eine internationale Karriere gestartet hat? Das steht im Einzelnen hier im Belcantoblog im Beitrag Junge Karrieren - Karrierestart in Bad Wildbad und Pesaro und in der Diskographie im Beitrag "Rossini in Wildbad" 2008 - Das Jubiläum. Weitere Beiträge finden Sie über die Rubriken in der rechten Spalte  "Rossini in Wildbad" und "Junge Karrieren".

1. August 2010

"Rossini in Wildbad" 2010 - ein Rückblick

Wieder ist ein Rossini-Festival in Bad Wildbad vorüber, aber in der Erinnerung lebt es fort.


Umschalten in den Vollbildmodus ist möglich

Rossinis Oper „Cenerentola“ machte in der neuen Spielstätte, der umgebauten Trinkhalle im Kurpark, den Anfang. Hier wurde auch „Le Siège de Corinthe“, Rossinis erste große französische Oper, konzertant mit großem Erfolg aufgeführt und vom SWR aufgezeichnet. Das Königliche Kurtheater im Kurpark wiederum bildete den schmucken Rahmen für kleinere Inszenierungen wie die „Malibran-Kadenzen“, Klavierstücke unter anderem von Ignaz Moscheles mit den „Gems à la Malibran.“ Außerdem wurde hier die modern und ironisch inszenierte kleine Oper „Adelina“ von Pietro Generali gegeben. Letzterer war ein Zeitgenosse Rossinis, daher lag es nahe, einen Prolog „Rossini erobert die Oper“ mit Auszügen aus Gioachino Rossinis frühen Opern zu entwerfen, szenisch einzurichten und der „Adelina“ voranzustellen. So wurde Rossinis Eroberung der italienischen Opernwelt und seine Auseinandersetzung mit damaligen Erfolgskomponisten wie Generali deutlich. Die Veranstaltung wurde am gleichen Tage zeitversetzt im Radio übertragen.


Alle Aufführungen wurden freundlich aufgenommen, zum Teil enthusiastisch vom Publikum gefeiert. Weitere Programmpunkte des unter dem Motto „200 Jahre im Rampenlicht – Gioachino Rossini“ stehenden Festivals waren „Duetti Buffi: Unsterbliche Buffoszenen“ und ein „Chopin-Zyklus III“. Über die einzelnen Produktionen soll noch in diesem Blog berichtet werden. (Wir freuen uns über weitere Beiträge, die an die Adresse rf@belcantoblog gesendet werden können. Auch Kommentare zu diesem Festival sind sehr willkommen).


Aber das Festival lebt nicht nur von seinen Aufführungen, sondern auch durch die Mitwirkenden und treuen Besucher. Einige Sänger waren sehr jung, wenn auch schon bei Gesangswettbewerben ausgezeichnet, mit Bühnenerfahrung und bei Intendanten europaweit, teils weltweit, begehrt. Auf der anderen Seite standen erfahrene und berühmte Solisten wie Bruno Praticò, Lorenzo Regazzo und Michael Spyres, deren Unterstützung für die Jüngeren wichtig ist. Eine „Masterclass“, diesmal wieder unter der Leitung von Raúl Giménez, und andere Formen der Zusammenarbeit zwischen den Künstler-Generationen haben Tradition in Bad Wildbad, ein Verdienst des langjährigen Festival-Chefs Jochen Schönleber, dem man auf Schritt und Tritt begegnete, oft in Eile, mit dem Fahrrad unterwegs und stets im Einsatz, auch wenn es darum ging, sich persönlich um einzelne Mitglieder des künstlerischen Stabes zu kümmern. Die Mannschaft besteht ja nicht nur aus den im Rampenlicht stehenden Sängern, sondern es gehören Chor- und Orchestermitglieder, technische Mitarbeiter, Kameramänner auf wackligen Tischen balancierend, Beleuchter und andere Theaterschaffende dazu – vor und hinter der Bühne.

Staunt ein Gast über das herrliche, 1864 erbaute und in den letzten Jahren restaurierte Kurtheater, kann er sich hilfesuchend an den Vorsitzenden des „Fördervereins Kurtheater Bad Wildbad e. V.“ Herrn Dr. Peterson wenden, der alles über die Geschichte dieses Kleinods weiß.


Mittendrin und überall präsent: die Besucher. Sie kommen aus Deutschland, England, Frankreich, den Niederlanden, Italien und sonst woher. Viele kennen sich seit Jahren. Es gibt herzliche Begrüßungen, wenn man sich im Theater, im Kurpark, auf dem Sommerberg oder im Wildbader Hof begegnet, wo der Wirt sich umsichtig um seine Gäste kümmert, gelegentlich auch ein uriges Gewölbe für die fröhliche Schar öffnet und ungemein heiße Teller mit wahlweise sehr großen oder großen Portionen auf den Tischen ablädt. Technisch ist das Publikum bestens ausgestattet und meist mit kleinen Digitalkameras ausgerüstet, die hochgereckt werden und um die Wette zu blinken scheinen - natürlich nicht während der Aufführungen.


Fast bilden die Künstler und ihr Publikum eine Einheit in Bad Wildbad. Jedenfalls kann diese Illusion entstehen, begegnen sie sich doch auch – zufällig - in gemeinsamen Hotelunterkünften oder – geplant – bei gastronomischen „Events“, wenn beispielsweise nach der Opern-Vorstellung im schmucklosen Pausenraum der Neuen Trinkhalle flugs ein Büffet aufgebaut wird, nach dem Essen dann plötzlich das Piano erklingt und ein Sänger nach dem anderen eine kleine improvisierte Gala-Einlage gibt: Da erklingt schon mal ein im Finale mehrstimmig geschmettertes „O sole mio“. Aber das ist noch nicht alles: Animiert von diesen Klängen wollen die Besucher nicht nachstehen und versuchen sich an deutschem Volksliedgut, was noch am nächsten Tag für viel Spaß sorgt – ein Beweis dafür, dass das „Festival“ zu Bad Wildbad gehört und sich eigentlich um seine Zukunft keine Sorgen machen müsste, jedenfalls was das Interesse der Belcanto-Liebhaber angeht. Der Kreis dieser Opernfreunde wird ständig erweitert, man informiert „Neue“ über Aufführungen und Komponisten, weckt deren Interesse und darf manchmal sogar damit rechnen, dass der eine oder andere Kunstsinnige aus Baden-Baden, Rastatt oder einem nördlichen Bundesland nach dem ersten Kennenlernen nicht genug hat, sondern im nächsten Jahr mit seinen Freunden oder seiner Belegschaft wiederkommen möchte.


Der große Einsatz auch der Deutschen Rossini Gesellschaft, insbesondere durch deren kompetenten Geschäftsführer und anerkannten Rossini-Spezialisten Reto Müller darf nicht unerwähnt bleiben, besonders was das diesjährige Festival angeht. Er hielt den „Festvortrag“ über den Namensgeber des Festivals, schrieb oder übersetzte viele Beiträge in den Programmheften, besorgte die Auswahl der Musikstücke in „Rossini erobert die Oper“ und schuf nicht zuletzt mit einer zweisprachigen Übertitelung der Opern etwas vollkommen Neues. Hier fand der Opernfreund nicht nur eine spannende wörtliche Übersetzung des Librettos vor, sondern konnte sich auch in den Urtext einlesen – das war selbst für diejenigen lohnend, die zwar häufig italienischen oder französischen Arien lauschen, diese Sprachen aber nicht beherrschen.


Vor dem Palais Thermal steht jetzt die Bronzestatue des alternden, in Bad Wildbad Heilung suchenden Rossini. Viele Gäste lassen sich mit Rossini fotografieren, einer der „Beweise“, dass der Italiener in Bad Wildbad „angekommen“ ist. Andere schlemmen Eis oder genießen die Schwarzwälder Kirschtorte, die es besonders köstlich im Café Winkler gibt. Bei den beliebten Damen- und Herren-Ausstattern gibt es ein Wiedersehen, im Thermalbad oder oben auf dem Sommerberg. Regelmäßig kommt die Stadtbahn aus Karlsruhe oder Pforzheim auf lärmgedämmten Schienen „eingeschwebt“ und spült einen Besucherschwarm in das verträumte Städtchen, das während des Festivals aufzublühen scheint, trotz unübersehbarer Leerstände in einigen Geschäften, wohl bedingt durch die Wirtschaftskrise. Morgens läuten sanft die Kirchenglocken, langsam ziehen die Dunstschleier himmelwärts und geben die Sicht auf die Berge frei. Dem Genuss konnte das diesjährige Regenwetter nichts anhaben. Bis zum nächsten Mal!


Astrid Fricke (Text); Reiner Fricke (Video)

29. Juli 2010

Presseschau "Rossini in Wildbad" 2010 - aktualisiert am 31. Juli

Zehn gute Gründe, „Rossini in Wildbad“ zu besuchen
In knapp drei Wochen hebt sich der Vorhang: Das Festival Rossini in Wildbad zeigt im 22. Jahr seines Bestehens zum ersten Mal eine der populärsten Opern Rossinis, La Cenerentola. Pressereferentin Ulrike Albrecht nennt zehn triftige Gründe, warum man die Veranstaltungen in Bad Wildbad keinesfalls verpassen sollte:... mehr


Rossini in Wildbad: Anspruchsvolle Pläne trotz Finanznot
Trotz Finanznot hat Jochen Schönleber, Intendant von „Rossini in Wildbad“, anspruchsvolle Pläne für das Festival ... mehr


Klein aber fein: Rossini in Wildbad
Nicht nur in Bayreuth, sondern auch anderswo in Deutschland gibt es spannende Opern-Festivals. So wie in Wildbad, wo auch seltene Rossini-Stücke aufgeführt werden.... mehr


 

Bad Wildbader Trinkhalle wird zum Opernhaus
90 Meter lang und 16 Meter breit: Die Trinkhalle in Bad Wildbad ist ein Raum mit ungewöhnlichen Proportionen. Ein langer Schlauch, schlicht und streng im Stil der Neuen Sachlichkeit gehalten; Nüchtern, weiß und vor allem licht durch die elf raumhohen Fenster rechts und links. All das prädestiniert das denkmalgeschützte Gebäude von 1933/34 nicht unbedingt zum Theatersaal: Denn ein Theater muss dunkel sein – und irgendwie auch überschaubar. Doch Bühnenbildner Anton Lukas ist es gelungen, die historische Trinkhalle in ein Festspielhaus zu verwandeln....mehr

s. auch hier im Blog den Beitrag zu
Rossini und die Freude am Leben


Ein Bericht über alle drei Opern:

Rossini in Wildbad 2010 - 23.-25.7.2010:

Auch im 22. Jahr des Bestehens ist das nach Pesaro bedeutendste Rossini-Festival im Nordschwarzwald noch nicht auf Werk-Wiederholungen angewiesen, bietet das Oeuvre des Bonvivants doch immer noch neue Anreize, vor allem auch von kritisch revidierten Neuausgaben und Original-Rekonstruktionen....mehr


Rossini - La Cenerentola:




«Rossini in Wildbad» überzeugt mit Neuentdeckungen
Bad Wildbad (dpa) Eine Aufführung von Gioacchino Rossinis komischer Oper «La Cenerentola» (Aschenputtel) sollte am Sonntag die 22. Auflage des Belcanto-Festivals «Rossini in Wildbad» beschließen. Stürmischer Beifall der aus ganz Europa angereisten Fan-Gemeinde begleitete die 18 musikalischen Veranstaltungen. ...mehr

Aschenputtel ohne Fee in Bad Wildbad
Aufregende Musik, eine stimmige, unaufwendige Inszenierung, Festspiel-Stimmung ohne Stars: „Rossini in Wildbad“, das unter Kennern hoch gehandelte Belcanto-Festival, startete am Donnerstagabend mit einem der gelungensten Werke des Meisters der Opera Buffa....mehr

Kündet vom Glück wahrer Liebe: "La Cenerentola" bei "Rossini in Wildbad"
Der tief gestaffelte Zuschauerraum der Neuen Trinkhalle in Bad Wildbad war gut gefüllt, als diese bislang ungenutzte Spielstätte jetzt für das Belcanto-Festival „Rossini in Wildbad“ mit einer Inszenierung der komischen Oper „La Cenerentola“ eingeweiht wurde. Um das (gegenüber dem Kurhaus) deutlich erhöhte Fassungsvermögen des Raumes auslasten zu können, wählten die Veranstalter ein „sicheres“ Stück....mehr

Mit Rossini auf du und du
Wildbad: "La Cenerentola" und "Die Belagerung von Korinth".
Wieder also bei "Rossini in Wildbad", dem kleinen, aber feinen Festival im Nordschwarzwald. Wieder also auch unter den vielen beschlagenen Rossinianern, die jede seiner Noten zu kennen scheinen, die mit Gioachino Rossini sozusagen auf du und du sind.....mehr


Rossini - Le Siège de Corinthe



Unbändiger Freiheitswille: Rossinis französische Oper "Le Siège de Corinthe"
Eines selten gespielten Werkes Giacchino Rossinis widmete man sich bei „Rossini in Bad Wildbad“ in der kaum zu hörenden Pariser Originalfassung: „Le Siège de Corinthe“ – „Die Belagerung von Korinth“– in Bad Wildbad konzertant aufgeführt, ist eine Tragische Oper von beachtlichen Dimensionen, welche eine wechselvolle Aufführungsgeschichte erfuhr.....mehr

Belcanto Opera Festival in Bad Wildbad: “Le siège de Corinthe” von Gioacchino Rossini (Aufführung: 23. 7. 2010)
Das 22. Rossini-Festival in Bad Wildbad vom 9. – 25. Juli 2010 hatte auch in diesem Jahr eine Rarität des großen Belcanto-Komponisten auf dem Spielplan: „Le siège de Corinthe“ („Die Belagerung von Korinth“)....mehr

Ein "Meilenstein im Schaffen Rossinis"
Das diesjährige BelCanto Festival "Rossini in Wildbad" hat mit der konzertanten Aufführung von Gioachino Rossinis Oper "Le Siège de Corinthe" –– die Belagerung von Korinth –– ein umfangreiches und schwieriges Werk gemeistert. ....mehr
 

Generali - Adelina:
   


Pforzheimer Regisseur Kay Link inszeniert bei "Rossini in Wildbad"
 „Als ich den Text von Generalis Oper ,Adelina’ gelesen hab, war ich mir anfangs etwas unsicher, ob die Geschichte für den heutigen Zuschauer von großem Interesse ist“. Kay Link, der die Opernrarität bei „Rossini in Wildbad“ inszeniert, hat aber schnell erkannt, dass neben dem historischen Interesse an dieser Oper auch die Handlung die Besucher ansprechen kann. „Die schweizerische Idylle, die im Libretto beschworen wird, hat mich von Anfang an stutzig gemacht. ....mehr

Generalis unbekannte Oper "Adelina" in Bad Wildbad
Dem Tragischen können – Aristophanes wusste das bereits und hat das vor zweieinhalbtausend Jahren virtuos in die Tat umgesetzt – durchaus auch komische Seiten abgewonnen werden. Dass durch Veralberung, ja durch puren Klamauk vieles überdeckt wird, manche Regung des Herzens völlig unverdient der Lächerlichkeit preisgegeben, das gehört manchmal zu den Schattenseiten unserer auf Comedy-Flachheiten abonnierten Zeit. Keine geschliffene und durchaus angemessene Ironie war es, sondern reichlich überdrehte „Lustigkeit“, die der Aufführung der Oper „Adelina“ im restaurierten Königlichen Kurtheater Bad Wildbad ihr Gepräge gab....mehr


Duetti buffi - Bruno Praticò und Lorenzo Regazzo:




Übersprudelnde Sangesfreude Minutenlanger Jubel um Bruno Praticò und Lorenzo Regazzo zum Abschluss des Rossini-Festivals in Bad Wildbad ....mehr

Bestechende Mimen Sie sind nicht nur die großartigen Komödianten, sondern auch außergewöhnliche Sänger, denn beide haben einen wunderbaren Bass. Und die Kenner wissen: Bruno Praticò und Lorenzo Regazzo im Doppelpack auf der Bühne sind nicht zu überbieten....mehr

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Rossini verleiht Belcanto-Preis

Mit einem überfüllten Abschlusskonzert im Kurtheater endete beim Festival „Rossini in Wildbad“ die Arbeit der diesjährigen Akademie Belcanto unter Leitung des Startenors Raúl Giménez....mehr



Fotos: "Rossini in Wildbad"