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11. Januar 2011

Aus dem Hamburger Musikleben – Von der Barockoper bis zur Oper der Belcantozeit

„Belcanto zum Niederknien“

...so titelte das Hamburger Abendblatt den Bericht über den Auftritt von Simone Kermes mit den Hamburger Symphonikern in der Laeiszhalle am 10. November 2010. Da wird sich der eine oder andere Besucher vielleicht gewundert haben über die Dame in großer Abendgarderobe; denn ursprünglich war für diesen Tag ein „Jeanskonzert“ („Eine lustig-leichte konzertante Anleitung zu einem gelungenen Konzertbesuch“) vorgesehen, aber nach dem Tod von Joan Sutherland bewiesen die Hamburger Symphoniker eine beachtliche Flexibilität und stellten kurzfristig ein von Matthias Foremny (GMD am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin) geleitetes Programm „Joan Sutherland – A Tribute“ auf die Beine. Holger Wemhoff (Klassik-Radio) führte durch ein Programm mit Arien aus Paraderollen von Joan Sutherland (Händels „Giulio Cesare“, Mozarts „Don Giovanni“, Rossinis „Semiramide“, Verdis „Trovatore“ und Bellinis „I puritani“) nebst Orchesterstücken von Mozart (Maurerische Trauermusik), Elgar, Rossini (Ouvertüre zu „Semiramide“), Pärt und Vaughan Williams. Bei Händel, Mozart, der Vivaldi-Zugabe und der nach allen Regeln der Belcanto-Kunst dargebotenen und ausgezierten Arie der Semiramide bot Simone Kermes wirklich „Belcanto zum Niederknien“, die Cavatine der Leonora „D'amor sull' ali rosee“ - zumal ohne Triller und ohne Cabaletta - war dagegen nicht gelungen. Das Konzert schloss mit einer ergreifenden Darbietung des Lamento der Dido „When I am laid in earth“aus Purcells „Dido and Aeneas“.

Am 2. Februar 2002 wird Simone Kermes wieder in der Laeiszhalle Hamburg zu hören sein, in einem Konzert mit Le Musiche Nove unter Claudio Osele.

Die Nacht der Countertenöre

Entgegen den durch den Titel geweckten Erwartungen wurde es ein Konzert von noch normaler Länge, das am 11. Dezember 2010 im Rahmen der NDR-Konzertreihe „Das Alte Werk“ in der Hamburger Laeiszhalle stattfand. Vier Countertenöre – eine vierfache Vielfalt an Stimmfarben und gestalterischen Varianten. Jeder der Solisten sang en bloc jeweils drei Arien, begleitet von I Barocchisti, vor den Blöcken gab es Ouvertüren und Zwischenspiele, abschließend folgte noch ein Duett, und zum Finale und zu den Zugaben vereinten sich die Herren dann zu einem Chor. Auf dem Programm standen Arien aus Opern von Händel, Vivaldi, Gluck, Porpora, Veracini und Sarti.


Den Anfang machte der Ukrainer Juri Minenko, der eine schöne Stimme vorführte, dessen Vortrag aber mangels differenzierender Gestaltung etwas eintönig wirkte. Weniger schönstimmig und in den Koloraturen etwas weniger geläufig war die dunkler gefärbte und gelegentlich leicht heiser klingende Stimme von Matthias Rexroth, dafür aber umso ausdrucksstärker seine Gestaltung der in den Arien beschriebenen Ereignisse und Stimmungen. Anrührend insbesondere die Arie „Cara sposa“ aus Händels „Rinaldo“, die Rexroth dem Dirigenten Diego Fasolis widmete, der sich wegen schwerer Erkrankung seiner Ehefrau an diesem Abend von der Konzertmeisterin Fiorenza de Donatis vertreten lassen musste.





















Nach der Pause dann der Katalane Xavier Sabata, Hüne in Gestalt und Stimmkraft, der an gestalterischer Feinheit und ausgefeilter Diktion seinem Kollegen Rexroth in nichts nachstand. Auf diese virile Darbietung folgte umso kontrastreicher Max Emanuel Cencic mit einer sopranhaft silbrigen Stimme, mit der er endlose Bögen spann.

Es war auffallend, dass nicht die Arien mit Koloraturfeuerwerk, sondern eher die getragenen und besinnlichen Stücke aufgrund der bewegenden Sprach- und Ausdrucksgestaltung oft den größeren Eindruck machten und das Publikum zu sich ständig steigernden Jubelstürmen hinrissen.

Ausschnitte aus dem Konzert wird NDR Kultur am Fr, 28. Januar 2011, von 20.00 bis 22.00 Uhr, senden (Programm-Details)


Grauns Heldenoper „Montezuma“

Countertenöre hatte es zu Beginn der Saison auch auf Kampnagel in Hamburg-Barmbek zu hören gegeben, als dort die „Theater der Welt 2010“-Produktion von Grauns „Montezuma“ gastierte (Premiere am 29. September 2010). Zuvor war diese Inszenierung u. a. beim Edinburgh Festival und in Madrid aufgeführt worden. Die Vorstellung in Madrid vom 18. September 2010 ist vom spanischen Rundfunk mitgeschnitten und bereits von mehreren Radiostationen gesendet worden. Am heutigen Dienstagabend, 11. Januar 2011, 19.05 Uhr, steht sie bei BR-Klassik auf dem Programm.


Carl Heinrich Graun: "Montezuma"

Opera seria in drei Akten
In italienischer Sprache
Montezuma - Flavio Oliver
Eupaforice - Lourdes Ambriz
Tezeuco - Rogelio Marín
Pilpatoé - Lucía Salas
Erissena - Lina López
Hernán Cortés - Adrián-George Popescu
Pánfilo de Narváez - Christophe Carré
Coro de Ciertos Habitantes
Concerto Elyma
Leitung: Gabriel Garrido
Aufnahme vom 18. September 2010
im Teatros del Canal, Madrid
Carl Heinrich Graun war Hofkomponist des Preußenkönigs Friedrich II., der das Libretto zu dieser 1755 uraufgeführten „Heldenoper“ verfasst hat (sein französischer Text wurde umgehend ins Italienische übersetzt). Friedrich II. fasst die Ankunft von Cortés in Mexiko und den Sturz Montezumas in einer einheitlichen Handlung zusammen. Rein akustisch wird der Sache leider schwer zu folgen sein, da sechs der sieben Partien Sopranpartien sind: drei männliche Soprane, drei weibliche Soprane (davon einer in einer Hosenrolle) und ein hoher Tenor. DLR-Kultur hatte zwar – aus unerfindlichen Gründen und abweichend von den Angaben aller anderen Sender, die die Aufzeichnung bereits gesendet hatten - bei seiner Ausstrahlung dieser mit der Hamburger Besetzung identischen Aufzeichnung behauptet, dass die Partie des Cortés von einem Bass gesungen würde, - BR-Klassik wird diese unzutreffende und den Zuhörer völlig irritierende Angabe hoffentlich nicht wiederholen.


CD/DVD-Tipps:
In der 1992 vom Label Capriccio in Coproduktion mit dem WDR veröffentlichten CD-Gesamtaufnahme werden übrigens alle sieben Partien von Frauen gesungen. Inzwischen stehen für solche Aufgaben glücklicherweise genug fähige Countertenöre zur Verfügung, so dass es auch anders herum geht. Deshalb zum Abschluss Hinweise auf zwei Produktionen, in denen alle Rollen von Männern gesungen werden. Zum einen ist da die auf DVD veröffentlichte szenische Produktion
aus Caen „Il Sant'Alessio“ (1632) von Stefano Landi, unter William Christie und mit Philippe Jaroussky, dem derzeit wohl faszinierensten Countertenor, in der Titelrolle. Die Ehefrau des Sant'Alessio wird von Max Emanuel Cencic und die Mutter wird von Xavier Sabata gespielt und gesungen, womit wir wieder bei zwei der oben erwähnten Herren wären (Virgin Classics – 2 DVD). Zum anderen ist die 1998 in Lyon uraufgeführte und seitdem an zahlreichen Häusern – darunter in zwei Spielzeiten 2001 und 2002 auch an der Hamburgischen Staatsoper in der Fassung der Uraufführung und mit teils identischer Besetzung – aufgeführte Oper „Tri sestri“ von Peter Eötvös (nach dem Theaterstück „Drei Schwestern“ von Tschechow) mit 13 Rollen für Männerstimmen zu nennen; die Partien der drei Schwestern sind in der Uraufführungsfassung für Countertenöre (Sopran – Mezzosopran – Alt) komponiert, ebenso die Rolle der Schwägerin, während die Amme von einem Bass gesungen wird. Damit das Werk auch an mittleren Bühnen aufgeführt werden kann, hat – bevor andere sich darüber hermachen würden – Peter Eötvös selbst eine Fassung für Frauenstimmen für die vier Partien der Countertenöre geschrieben. Der Mitschnitt der Uraufführung ist bei DGG erschienen (2 CDs).


           (Zum Vergrößern in die Bilder klicken)

2. Dezember 2010

Der italienische Meyerbeer

Am kommenden Sonnabend, 4. Dezember 2010, 19.30 Uhr, sendet Radio OE1 den Mitschnitt einer Aufführung von Giacomo Meyerbeers Oper Emma di Resburgo, aufgenommen am 7. November 2010 im Wiener Konzerthaus (Inhalt und Besetzung s.u.), eine Rarität, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Giacomo Meyerbeer ist in erster Linie als Meister der französischen Grand Opéra bekannt: Robert le Diable, Les Huguenots, L'Africaine u. a. - alles Werke, die heutzutage nur noch äußerst selten auf den Spielplänen erscheinen. Noch vergessener waren aber seine italienischen Opern, die für Rossinianer von besonderem Interesse sind, stehen sie doch unter dem nicht zu überhörenden Einfluss des damals alles beherrschenden Opernstils von Rossini.

Giacomo Meyerbeer lebte von 1791 bis 1864 und war somit ein Zeitgenosse von Gioachino Rossini (1792 – 1868). Ende 1815 ging Meyerbeer nach Italien und schrieb für die dortigen Bühnen sechs dramatische Opern:


Romilda e Costanza (Teatro Nuovo, Padua 1817)
Semiramide riconosciuta (Teatro Regio, Turin 1819)
Emma di Resburgo (Teatro San Benedetto, Venedig 1819)
Margherita d’Anjou (Teatro alla Scala, Mailand 1820)
L’esule di Granata, (Teatro alla Scala, Mailand 1822)
Il crociato in Egitto (Teatro la Fenice, Venedig 1824)

Er stand damit in Konkurrenz zu den großen dramatischen Werken Rossinis von Otello (1816) über Mosè in Egitto (1818) und Maometto secondo (1820) bis zur letzten großen opera seria Rossinis, der Semiramide von 1823. Emma di Resburgo wurde am 26. Juni 1819 in Venedig am Teatro San Benedetto uraufgeführt, also am selben Theater, an dem zuvor am 24. April 1819 Rossinis Eduardo e Cristina in Szene gegangen war.

1824 ging Meyerbeer nach Paris, ebenso wie Rossini, der dort im selben Jahr die Leitung des Théâtre italien übernahm, an dem 1825 Meyerbeers Il crociato in Egitto in einer für Paris umgearbeiteten Fassung aufgeführt wurde. Als mit Robert le Diable 1831 die erste eigentliche französische Oper Meyerbeers zur Uraufführung kam, hatte Rossini seine Tätigkeit als Opernkomponist mit dem 1829 uraufgeführten Guillaume Tell allerdings bereits beendet.

Die italienischen Opern Meyerbeers haben in den letzten Jahren wieder etwas mehr Beachtung gefunden, was nicht zuletzt den unermüdlichen „Schatzgräbern“ des Labels OperaRara zu verdanken ist, die bereits 1987 eine Gesamtaufnahme von Emma di Resburgo herausgebracht hatten(s. Anm.*). Margherita d'Anjou wurde 2003 bei OperaRara auf CD veröffentlicht und in Leipzig 2005 konzertant aufgeführt, was meine erste wunderbare Begegnung mit dem italienischen Meyerbeer war. Das Festival "Rossini in Wildbad" brachte – ebenfalls 2005 – unter der Leitung von Richard Bonynge eine szenische Aufführung der Semiramide (Mitschnitt auf CD bei Naxos erschienen). Auch beim Festival in Martina Franca gab es 2005 eine Produktion dieser Oper (Mitschnitt auf CD bei Dynamic). Der monumentale Crociato in Egitto kam 2007 am Teatro La Fenice in Venedig zur Aufführung (Mitschnitte auf CD bei Naxos und auf DVD bei Dynamic, von 1991 stammt eine bei OperaRara erschienene Gesamtaufnahme). 2004 sind Ausschnitte aus L'esule di Granata bei OperaRara erschienen. Die CD „Meyerbeer in Italy“ (OperaRara) bringt Auszüge aus allen sechs italienischen Opern Meyerbeers.

*Nachprüfungen haben ergeben, dass es sich bei der auf der Seite von operone genannten Aufnahme nicht um eine Gesamtaufnahme von Emma di Resburgo handelt, sondern nur um einen Ausschnitt daraus, enthalten in dem die Jahre 1810 - 1820 behandelnden Teil der Anthologie "A HUNDRED YEARS OF ITALIAN OPERA"(Opera Rara ORCH 103) (Insgesamt erschienen sind über die italienische Oper der Jahre 1800 - 1830 drei Kassetten mit jeweils 3 CDs).

Hier die Besetzung der Wiener Aufführung von Emma di Resburgo:

Simone Kermes (Emma),
Vivica Genaux (Edemondo),
Thomas Walker (Norcesto),
Manfred Hemm (Olfredo),
Martin Vanberg (Donaldo) und
Lena Belkina (Etelia);
Wiener Singakademie; moderntimes_1800,
Dirigent: Andreas Stoehr


Ein Libretto war im Internet nicht zu finden, hier aber
zur besseren Orientierung eine kurze Inhaltsangabe:
(Quelle: Reiner Zimmermann - Giacomo Meyerbeer, Berlin 1991) 
(Zum Vergrößern bitte ins Bild klicken)


Und zur „Einstimmung“ zwei Aufführungsberichte
sowie ein Musikbeispiel:


Eine Kuriosität am Rande: Zur Wiener Aufführung gab es ein Programm mit Beipackzettel.

30. November 2010

Rendez-vous mit Rossini


In einer schönen Aufmachung präsentiert Anna Bonitatibus ihre Affinität zu Rossini. „Un Rendez-vous. Ariette e Canzoni“ vereinigt 23 Lieder und Albumblätter. Dabei schweift die Mezzosopranistin vom tiefen Contraltoregister zur hohen Soprantessitur. Gleichsam um ihren Stimmumfang zu zeigen, singt sie das „Mi lagnerò tacendo“ in Versionen für Contralto, Mezzo und Sopran (Track 16-18). Dabei scheint ihr das mittlere bis tiefere Register am besten zu liegen. Das tiefe L’amour à Pekin singt sie in einem pastosen Contraltoregister, ohne sich Gewalt anzutun. In der Höhe neigt sie dagegen zu einer leichten Schärfe. Leider sind Rossinis spätere Lieder nicht dazu geeignet, ihre Koloraturgewandtheit zur Geltung zu bringen. Mit Verve nimmt sie sich auch des Lazzarone an, eines der Stücke, das Rossini ausdrücklich für Bariton komponiert hat, und zeigt damit, wie gut sich dieses Repertoire durch Transponierungen für eine Erweiterung auf andere Stimmlagen eignet. Die Diktion ist ausgezeichnet, auch die Aussprache in den französischen Stücken zeigt einen kontrollierten und gut trainierten Sprachgebrauch. Ein etwas zweifelhaftes Stilmittel ist das Hauchen von Tönen, statt sie zu singen.
Die Klavierbegleitung von Marco Marzocchi ist locker und einfühlsam.

Das bekannte spanische Lied „En medio a mis colores“ wird hier unter dem Titel La partenza auf einen italienischen Text („Vicino è il crudo istante, ahi!“) dargeboten, übrigens das einzige Stück, in dem die Sängerin ihre Stimmgeläufigkeit demonstrieren kann – es stammt ja auch aus der Zeit der Theaterkarriere und gehört mithin nicht in die hier evozierte Atmosphäre der „Samedi soir“ der späten Pariser Jahre. Das gilt noch viel mehr für die beiden schlüpfrigen Studentenlieder („Hai la sottana“ und „Nella stagion di maggio“), während La légende de Marguerite auf die Melodie von Cenerentolas Lied keine authentische Rossini-Fassung ist. Leider geht der Begleittext auf diese Stücke nicht ein, und die Vermischung verschiedener Stilepochen wird im Booklet nicht offengelegt. Im Übrigen vermittelt Eduardo Rescigno, u.a. durch seinen Dizionario rossiniano als ausgewiesener Rossini-Kenner bekannt, einen guten Einblick in Rossinis Leben und sein Spätwerk. Im Gegensatz zu den Liedtexten, die nur in der Originalsprache und auf Englisch abgedruckt sind, liegt sein Text in der in Buchform vorliegenden CD-Hülle auf Englisch, Deutsch, Französisch und Italienisch vor und kann im Internet auch noch auf Spanisch, Japanisch und Russisch konsultiert werden. Überhaupt bietet die speziell eingerichtete Website www.unrendez-vous.com viele zusätzliche Angaben, so die Bios der beiden Interpreten in den 6 Sprachen (im Booklet nur auf Englisch), Details zu den einzelnen Stücken (it/engl.), einige schöne Abbildungen (darunter eine Carte de Visite, die Rossini wahrscheinlich einem jungen Künstler gewidmet hat: „Offert a M.r Victor Britsch | a titre d’encouragement en 1861 | Passy   G. Rossini“), eine Fotosession und schließlich ein Video-Clip, in dem die Sängerin das Paris Rossinis vorstellt (alternativ engl. oder it.). Ingesamt wird mit dieser CD und der Internetpräsenz eine sehr achtbare Rossini-Sängerin mit den Mitteln der schönen Multimediawelt präsentiert.

Rossini. Un Rendez-vous. Ariette e Canzoni, Anna Bonitatibus, Mezzosopran, Marco Marzocchi, Klavier. RCA/Sony 88697 70532 2 (1 CD, 62'16"). Aufnahme 23.-27. November 2009, Fazioli Concert Hall, Sacile. Booklet mit Einführung von Eduardo Rescigno in e|d|f|i, Interpretenbiographien in e, Liedtexte in i/f|e.


Reto Müller

Vorabdruck aus «Mitteilungsblatt der Deutschen Rossini Gesellschaft»

2. November 2010

Neu auf CD und DVD (Teil 4)

Hier wieder eine Reihe interessanter DVDs und CDs, - sowohl Neuaufnahmen als auch historische Mitschnitte (teils auch als Wiederveröffentlichungen). Frühere Zusammenstellungen sowie Rezensionen finden Sie über die Rubrik "CD/DVD".


Selbst wer schon mehrere Aufnahmen von Il barbiere di Siviglia hat, wird bei dieser Aufzeichnung aus London etwas Neues erleben, nämlich Rosina im Rollstuhl. Das ist kein Gag der Regie, sondern Joyce DiDonato hatte sich in der Premiere das Bein gebrochen und sang trotzdem auch die Folgeaufführungen, bei denen das nun notwendige Übel - nämlich der Rollstuhl - in die Inszenierung integriert wurde.

Vom Festival "Rossini in Wildbad":







Zur Erinnerung an die leider verstorbene Deborah Riedel sei noch einmal auf diesen Mitschnitt aus Bad Wildbad hingewiesen sowie auf ein Recital, ebenfalls dirigiert von Richard Bonynge: 





Es gibt natürlich noch viel mehr zu entdecken...

4. März 2010

Komödie in der Komödie

Il turco in Italia auf DVD


In Memoriam an den vor zwei Jahren verstorbenen Bühnenbildner Emanuele Luzzati brachte 2009 das Teatro Carlo Felice in Genua eine zauberhafte Aufführung von Il turco in Italia auf DVD heraus. Um es gleich vorwegzunehmen: Es ist eine in jeder Hinsicht beglückende Aufnahme geworden, die das Herz nicht nur des Rossini Verehrers höher schlagen lässt. 

Rossini hatte sich mit der Komposition des dramma buffo viel Mühe gegeben, kaum Selbstanleihen gemacht und die Figuren sorgfaltig ausgearbeitet. Dazu lieferte der Librettist Felice Romani einen Text voll Witz und Charme, der sich aufs Schönste mit der sprühenden Musik verband. Heute unverständlich, dass 1814 diese klassische Commedia dell’arte -Buffa vom Mailänder Publikum abgelehnt wurde. Erst durch die aufsehenerregende Inszenierung von Luchino Visconti im Jahr 1950 mit Callas und Bruscantini in den Hauptrollen wurde Il turco in Italia wieder als Meisterwerk gewürdigt. 



Im Stil einer Komödie in der Komödie haben der Regisseur EGISTO MARCUCCI und der Bühnenbilder EMANUELE LUZZATI links und rechts der Szene Opernlogen mit gemalten Masken gebaut. In einer Ecke steht das Pult des die Handlung kommentierenden Dichters, und ein ganz in Weiß gekleideter Pulcinella agiert als stummer Mitspieler. Die stimmungsvollen Bühnenbilder, die Beleuchtung, alles atmet in jedem Moment die Leichtigkeit und Anmut der italienischen Stegreifkomödie. SANTUZZA CALI schuf bildschöne, kostbare Kostüme. Dazu begeistert ein Ensemble von ausgezeichneten Sängern, die auch ihre Rollen überzeugend spielen und deren Mienenspiel in Nahaufnahmen eindrucksvoll gezeigt wird. 



Den reichen Türken Selim, der fremde Sitten – und Frauen – in Italien kennenlernen möchte, singt SIMONE ALAIMO mit machtvollem schwarzen Bass, mal verliebt werbend, mal aufbrausend zornig. Ein imposantes Mannsbild in das sich die kokette Donna Fiorilla sofort verliebt. MYRTO PAPATANASIU prunkt mit ihrem wandlungsfähigen klaren Sopran als dieses flatterhafte Weibchen und begeistert mit geschmeidigen Fiorituren. Glaubhaft klingt ihre Verzweiflung über die angekündigte Scheidung: „Si, mi è forza partir“. Don Geronio, Fiorillas ältlicher geplagter Ehemann, wird von BRUNO DE SIMONE in bester Bass-Buffo Manier gesungen. Im „Frauenkauf-Duett“ mit Selim kann er seiner Wut über den türkischen Verführer eindrucksvoll Luft machen. Mit schmelzendem Tenor und in bester Belcanto-Technik erfreut ANTONINO SIRAGUSA als Don Narciso, Fiorillas cavaliere servente, in der Arie „Se il mio rival deludo“. ANTONELLA NAPPA als verschmähte Zaida besticht mit klangvoll dramatischem Mezzo. Sanft tröstet sie FEDERICO LEPRE als Zigeuner Albazar. VINCENZO TAORMINA in der Partie des Dichters Prosdocimo begleitet mit seinem gut geführten Bariton die quirlige Komödie. Tonschön singt der Chor (Ciro Visco), akrobatisch begabt sind die Tänzer (Giovanni Di Cicco). JONATHAN WEBB am Pult des Orchestra del Teatro Carlo Felice entfacht ein rossinianisches Feuerwerk bereits in der Ouvertüre, besonders schön die Bläser. In den Arien und Ensembleszenen bringt er echte Italianità zu Gehör. 


Eine rundum gelungene Aufnahme.

ARTHAUS Musik DVD 101391. Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch. Laufzeit:162 Min. 



Julia Poser

14. Januar 2010

Rossini-Interpretin par excellence: Joyce DiDonato "Colbran, the Muse"


Joyce DiDonato hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der führenden amerikanischen Mezzosopranistinnen entwickelt und reüssiert gerade mit ihren Rossini-Partien immer wieder mit großem Erfolg auf dem internationalen Opernparkett. Für 2010 ist etwa ihr Rollendebut als Elena in La donna del lago in Genf und Paris geplant.

Ihre neueste CD ist Isabella Colbran gewidmet. Joyce DiDonato interpretiert Auszüge aus den Partien, die Rossini für seine geschätzte Sängerin und spätere Gattin komponierte, die Colbran war Uraufführungsinterpretin aller Partien. „Colbran, the Muse“ lautet der Untertitel, die Auswahl der Stücke stellt dabei keineswegs die virtuosen Partien für die Colbran ausschließlich in den Mittelpunkt, es gibt eine ganze Reihe von Ensembles, in denen Joyce DiDonato von Solistenkollegen und Chor unterstützt wird.

Den Rahmen bilden zwei Ausschnitte aus Armida, zu Beginn das Tema con Variazioni del Finale Secondo „D’Amor al dolce impero“, am Schluss das Finale Terzo „Se al mio crudel tormento – Dove son io! – È ver… gode quest’anima.“ In der Titelpartie der 1817 in Neapel uraufgeführten Armida lässt Joyce DiDonato im Finale des zweiten Aktes zwar bereits ihre beeindruckende stilistische Sicherheit erkennen, wirkt indes gerade in den ausgesprochenen Piano-Fiorituren phrasenweise noch nicht ganz auf ihrem Atem und daher etwas wacklig und unpräzise. Davon fehlt jede Spur dann am Ende der Aufnahme, wenn DiDonato mit fulminanten dynamischen Steigerungen in den Koloraturen im furiosen Finale der Oper in jeder Hinsicht brillieren kann: mit dramatischer Wucht besingt Joyce DiDonato die vendetta, kann sich im nächsten Moment wieder ganz auf ein sicher geführtes Pianissimo zurücknehmen.

Nach dem einleitenden Ausschnitt aus Armida folgen zwei Beispiele aus Joyce DiDonatos neuer Partie, La donna del lago also: die zweite Szene aus dem ersten Akt „Oh mattutini albori!“ sowie die Schlussszene des zweiten Akts „Tanti affetti in tal momento – Fra il padre, e fra l’amante.“ Die Sängerin hat sich in ihre neueste Rossini-Partie auf der Bühne offenbar schon bestens eingelebt. Wie sie im ersten Ausschnitt aus dem ersten Akt die Klangfarben ihrer Stimme mit denen des Orchesters in Einklang bringt, ist schlichtweg beglückend. In der Finalszene kann sie das noch einmal steigern, demonstriert hier ihre perfekt abgestimmten Pianoqualitäten nun ganz und gar.

Es folgt Maometto II: Del Terzettone: „Giusto ciel, in tal periglio“ Keine belcantistische Virtuosität der Koloraturen prägt diese Solonummer mit Damenchorbegleitung, sondern Intimität und Reduktion der Mittel, eine andere Klangfarbe, die indes nicht minder bezeichnend für Rossini ist. Joyce DiDonato kann hier ihre stilistische Bandbreite ebenso gekonnt einsetzen.

Die Cavatina der Elisabetta aus Elisabetta, regina d’Inghilterra „Quant’è grato all’alma mia“ ist demgegenüber wiederum ein beinahe konventionelles Bravourstück, ebenfalls mit Begleitung des Chores. Mit effektvoller Dramatik zeichnet Rossini hier den Charakter der englischen Regentin, und sicher wäre es nicht nur für Frau DiDonato eine reizvolle Aufgabe, diese sehr selten aufgeführte Oper einmal vollständig auf die Bühne zu bringen.

Aus Semiramide gibt es dann den Coro di Donne „Serena i vaghi rai“ und die Cavatina der Semiramide „Bel raggio lusinghier“, in deren halsbrecherischen Koloraturen sich Frau DiDonato bewundernswert souverän erweist.

Rossinis Otello-Vertonung ist mit fünf Ausschnitten – aus dem dritten Akt – der größte Raum der Einspielung gewidmet. Neben DiDonato tritt hier ihr famoser Tenorkollege Lawrence Brownlee mit der Canzone del Gondoliero „Nessun maggior dolore“, sowie die Sopranistin Roberta De Nicola als Emilia. Besondere Aufmerksamkeit verlangen die Interpretationen der Canzone del Salice „Assisa appiè d’un salice“ und die abschließende Preghiera „Deh calma, o ciel, nel sonno“. Sind dies ohnehin Kompositionen, in denen Rossini durch außergewöhnlich subtile Instrumentation Momente größter atmosphärischer Dichte und Intimität erzeugt, so erweist sich Joyce DiDonato hier einmal mehr als kongeniale Interpretin, versteht sie nämlich genau diesen Aspekten perfekt nachzuspüren und so durch ihre vokale Gestaltung noch zu steigern.

Neben ihren Sängerkollegen – vervollständigt durch die Tenöre Corrado Amici und Carlo Putelli in einigen der Ensembleszenen – sind es vor allem auch Dirigent Edoardo Müller sowie Orchestra e Coro dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom, die für die Qualität der Einspielung sorgen. Müller begleitet im besten Sinne des Wortes, lässt der Singstimme stets den Raum, den sie benötigt, zeigt dabei aber nicht weniger ausgeprägtes Gespür für die so spezifische Stilistik Rossinis.

Der nachhaltige Eindruck, den diese Einspielung hinterlässt, ist der, dass Joyce DiDonato im aktuellen internationalen Vergleich eine Rossini-Interpretin par excellence ist. Es bleibt vor allem ihr zu wünschen, dass Sängerinnen wie sie Intendanten einmal mehr dazu veranlassen, die Vielzahl allzu selten aufgeführter, aber sängerisch ungemein dankbarer Werke Rossinis auf die Spielpläne zu nehmen.

Christian Schütte

Wir danken dem Autor für die Überlassung dieser Besprechung, die im nächsten Mitteilungsblatt der Deutschen Rossini Gesellschaft erscheinen wird.

3. Dezember 2009

Claqueure und andere Opernbesessene


Als ich neulich bei Dussmann in Berlin stöberte, machte ich eine Entdeckung: „Opernfieber“ gibt es auf DVD! Diese Dokumentation von Katharina Rupp aus dem Jahr 2004 ist schon mehrmals im Fernsehen gezeigt und kürzlich bei 3sat wiederholt worden. Und wer das nicht gesehen bzw. davon keine Aufzeichnung hat, dem sei diese DVD wärmstens empfohlen.

Eine Staunen machende Dokumentation, erhält man doch aus erster Hand Einblicke in das Geschäft der Claqueure. Immer wieder wird unter Opernfreunden gemunkelt und gerätselt, ob es so etwas heute überhaupt noch gibt, organisierter Beifall gegen Bezahlung – oder gar auch bezahlte Pfiffe - wie zu Zeiten von Maria Callas*. Jawohl, das gibt es noch! Jedenfalls in Italien, wenn auch im Aussterben begriffen, denn – wie die Regisseurin zu berichten weiß – hätten Claqueure es schwer, bei jungen Sängern z. B. aus Texas Geld zu machen, die hätten ohnehin nur eine Kreditkarte dabei und würden an ihren Agenten verweisen.

Aber noch gibt es ihn, den gegen Bezahlung organisierten Applaus, der je nach dem gebuchten Tarif von unterschiedlicher Intensität sein kann, und insbesondere zwei Herren aus der Branche erzählen und zeigen uns in dieser Dokumentation ausführlich, wie das so läuft: der durch die Arena von Verona wirbelnde und Anweisungen gebende Capo di Claque Giancarlo, ein durchaus liebenswertes Unikum, und der seine eminente Bedeutung und Notwendigkeit für einen erfolgreichen Opernabend betonende Möchtegern-Dirigent Alfredo in Neapel. Opernbesessen sind sie alle, und wenn jemand so schlecht singt, dass Beifall auch für Claqueure eine Zumutung und gegen ihre Berufsehre wäre, gibt es das Geld zurück. Zum Thema äußern sich aber auch einige von denen, die zahlen sollen und es auch tun, - oder aber auch nicht - : z. B. Giuseppe di Stefano und Gustav Kuhn.

Selbstlose Opernbesessene sind dagegen die Herren vom „Club der 27“ in Parma, ein Verein gestandener Männer mit 27 Mitgliedern auf Lebenszeit, die jeweils den Namen einer Verdi-Oper tragen und gerade intensiv damit beschäftigt sind zu entscheiden, ob Mariella Devia würdig ist, den Preis des Clubs für die bedeutendsten Verdi-Interpreten zu bekommen.

Es gibt noch weitere Begegnungen mit Opernfans aller italienischen Couleurs zu bestaunen, - siebzig informative und vergnügliche Minuten – natürlich auch mit Opernszenen – sind garantiert.

*Maria Callas zum Thema Claque: „Man hat mich seelisch gelyncht“ im Spiegel-Interview (Heft 4/1958), - der gescannte Originalartikel mit Fotos auch als PDF-Dokument


Weitere Informationen zu der Dokumentation "Opernfieber" bei 3sat.online und artfilm.ch.

Zur Geschichte der Claque: siehe Wikipedia - Claqueur und Wikipedia - Claque

Von „Carmen Jones“ bis „General Horne“ - Dokumentation über Marilyn Horne


Endlich auf DVD erschienen ist die 1994 entstandene TV-Dokumentation „Marilyn Horne – A Profile“, ein liebevolles Porträt dieser großen Künstlerin, deren 75. Geburtstag eigentlich ein guter Anlass gewesen wäre, diese Dokumentation im deutschen Fernsehen zu zeigen. Leider ist dieser Geburtstag in der deutschen Fachpresse und bei den Rundfunk- und Fernsehanstalten aber so gut wie unbeachtet geblieben – als rühmliche Ausnahme ist mir persönlich jedenfalls nur die Sendung auf OE1 in Erinnerung -, und das, obwohl am Anfang ihrer Bühnenlaufbahn ein Engagement am Gelsenkirchener Musiktheater im Revier stand, damals noch als Sopran. Auch hierüber erzählt Marilyn Horne in dieser Dokumentation, die chronologisch und mit vielen privaten Bild- und Tondokumenten den familiären Hintergrund und den Karriereverlauf nachzeichnet, auch ihre Partner – wie Joan Sutherland und Henry Lewis - kommen zu Wort.

Für die ungekürzte Wiedergabe von Arien und Szenen ist allerdings leider kein Raum, - mit Ausnahme einer Szene aus dem Spielfilm „Carmen Jones“, bei dem Marilyn Horne ihre Stimme der Carmen Jones von Dorothy Dandridge lieh, muss man sich mit sehr kurzen Ausschnitten begnügen. Wer aber einen Eindruck von der Persönlichkeit von „General Horne“ (so genannt wegen der vielen militärischen Anführer, die sie in den Opern von Rossini und Händel verkörperte) gewinnen möchte, dem sei diese DVD wärmstens empfohlen, und bei denjenigen, die das große Glück hatten, Marilyn Horne live zu erleben, werden sicherlich wieder Erinnerungen wach, und zwar eben nicht nur an großartige gesangliche Darbietungen, sondern auch an ihren gar nicht primadonnenhaften Umgang mit ihrem Publikum, worüber auch einige Leser dieses Blogs in Kommentaren zu meinem Beitrag Dank an Marilyn Horne - Zu ihrem 75. Geburtstag! berichtet haben.

Hier nun auch mit Bild und Ton:
Von "Carmen Jones"...

... bis "General Horne"!

22. November 2009

Auf DVD erschienen: „I due Figaro“ von Michele Carafa vom Festival „Rossini in Wildbad“ 2006


Die Aufführungen beim Festival „Rossini in Wildbad“ 2006 sind mir in bester Erinnerung, sowohl in musikalischer Hinsicht als auch wegen der spritzigen Inszenierung von Stefano Vizioli.

Die Handlung dieser 1820 an der Mailänder Scala uraufgeführten Oper zeigt, wie es nach Mozarts „Le nozze di Figaro“ weitergeht, - aber ganz anders als in Giselher Klebes Oper von 1937 „Figaro lässt sich scheiden“. Zerrüttet ist die Ehe von Figaro und Susanna allerdings auch bei Carafa.

Graf und Gräfin Almaviva haben eine Tochter im heiratsfähigen Alter, Ines. Auch Cherubino ist inzwischen erwachsen geworden, singt jetzt Bass und ist in Ines verliebt (und sie natürlich in ihn). Ines soll nach dem Willen ihres Vaters aber einen angeblich wohlsituierten Don Alvaro heiraten. Das hat Figaro eingefädelt, der ein unsympathischer Intrigant geworden ist und sich mit dem Bräutigam die Mitgift teilen will. Da erscheint Cherubino, den Graf und Figaro nach so vielen Jahren nicht wiedererkennen, behauptet, er heiße ebenfalls Figaro, und tritt als Diener in die Dienste des Grafen… und schließlich werden - nach einigen Turbulenzen - mit Unterstützung von Gräfin und Susanna Figaros Machenschaften aufgedeckt, und für die jungen Liebenden gibt es natürlich ein Happy End.

17. November 2009

Neu auf CD und DVD (Teil 3)

Aktualisiert am 10. Dezember 2009
Auch in diesem dritten Teil unserer Rubrik "Neu auf CD/DVD" möchten wir - rechtzeitig zur weihnachtlichen Geschenkezeit - über interessante Neuerscheinungen der letzten Monate informieren.

Aus der Fülle des Angebots haben wir aber auch einige ältere Aufnahmen - insbesondere von Rossini-Opern - ausgewählt, die entweder erstmalig auf CD erscheinen oder lange Zeit nicht erhältlich waren. Ob diese nach künstlerischer und technischer Qualität empfehlenswert sind, können wir allerdings nicht beurteilen.

Sämtliche CD/DVD-Tipps sind unter der Rubrik CD/DVD zu finden
Der besondere Tipp:
Wiederentdeckte Mozart-Aufnahme mit Prey und Wunderlich

Mozart - Don Giovanni ((Prey, Wunderlich)
Die Presse.com schreibt:
”1960 fand in Köln eine fulminante Aufführung von "Don Giovanni" statt - auf Deutsch, mit Jung-Stars wie Edith Mathis, Fritz Wunderlich und Hermann Prey. Jetzt ist der Mitschnitt gefunden worden - und auf CD zu haben.
Die Geschichte dieser CD ist abenteuerlich, doch am glücklichen Ende steht die erstmalige Edition einer fantastischen Opernaufführung. 1960 fanden sich in der Kölner Oper einige der herrlichsten jungen deutschen Stimmen zusammen, um Mozarts „Don Giovanni" zu neuem Leben zu erwecken. Fritz Wunderlich war der Ottavio, Hermann Prey sang die Titelpartie. Dem Traumpaar zur Seite: Die hinreißend dramatische Donna Anna der Elisabeth Grümmer, Hildegard Hillebrecht als durchaus ebenso dramatische Elvira und die bltujunge Edith Mathis, die mit glockenhellem Sopran die Zerlina sang. Kapellmeister Wolfgang Sawallisch waltete mit großer dramatischer Geste und sachkundiger Begleiter-Kunst am Pult. Und im Kölner Opern-Archiv hat sich, feinsäuberlich abgelegt unter dem Datum, der Tonband-Mitschnitt der Aufführung erhalten. Gottlob hat einmal jemand nachgeschaut - jetzt gibt es die CD. Und jeder kann nachhören, dass es - anders als Sawallisch heute kommentiert - kein Nachteil ist, wenn Mozarts Oper deutsch gesungen wird. Ganz im Gegenteil: Die Eloquenz und Wortdeutlichkeit dieser Edelbesetzung ist auch ein Plädoyer für die Landessprache. Dramatik aus Ton und Wort geboren.”

Der "Rossini-Tipp":
Michele Carafa "I due Figaro" (Rossini in Wildbad 2006)

siehe auch den Beitrag von esg hier im Blog

I due Figaro

Weitere Tipps:

Claqueure und andere Opernbesessene
(
siehe Beitrag von esg)
Opernfieber

Dokumentation über Marilyn Horne
(
siehe Beitrag von esg)
Horne - A Profile
Durch Anklicken der Fotos erhält man in den meisten Fällen eine Vergrößerung!

Vincenzo Bellini
Bellini - I Capuletti e i Montecchi (DVD) (Netrebko, Garanca)
Bellini - Il pirata (1967)

Gaetano Donizetti

Donizetti - Belisario (1969)Donizetti - Lucia di Lammermoor (DVD) (Netrebko, Beczala)
Donizetti - Lucrezia Borgia (Gruberova, Breslik) Donizetti - Maria Stuarda (DVD)

Donizetti - Parisina
Christoph Willibald Gluck

Gluck - Orphée et Euridice

Georg Friedrich Händel
Händel - Alcina (Curtis)
Händel - Alcina (Wunderlich, Sutherland) (1959)

Händel - Faramondo
Reinhard Keiser
Keiser - Fredegunda

Saverio Mercadante
Mercadante - Virginia
Otto Nicolai
Templario
Wolfgang Amadeus Mozart
Mozart - Le nozze di Figaro (DVD)

Gioachino Rossini

Rossini - Ermione (DVD) Rossini - La Cenerentola (DVD)
Rossini - Harmoniemusiken zu Tancredi und Cenerentola
Rossini - Il turco in Italia (1958) - anderes Label
Rossini - Il turco in Italia (1958)
Rossini - La donna del lago (1958)
Rossini - La donna del lago (1970)
Rossini - la pietra del paragone (1992)
Rossini - L'assedio di Corinto (1969)
Rossini - Le Comte Ory (Torino 1959)
Rossini - Mose (Version von 1827)
Rossini - Petite Messe Solennelle

Rossini - Ermione (CD)

Rossini - L'italiana in Algeri (DVD) (1957)

Interpreten:

Die neue CD von Philippe Jaroussky: Vergessene Kastraten-Arien aus Opern von Johann Christian Bach (Videofilm)
Jaroussky


Genaux - Vivaldi
Rossini - Lieder
Rossini-Arien - Silvia Tro Santafé
R - Cecilia Bartoli - Sacrificium
R - Diana Damrau - Coloraturas
R - Les Urnes de l'Opera
R - Lorenzo Regazzo - Händel Arien für Bass
R - Natalie Dessay - Mad Scenes
R- Simone Kermes - Händel - Arien für Cuzzoni

Vivaldi - La fida ninfa
Sonstige:
R - The Record of Singing - 1 - 4
R - The Record of Singing - Vol. 5
Sämtliche CD/DVD-Tipps sind unter der Rubrik CD/DVD zu finden
Ein umfassendes Angebot an Opern auf CD und DVD - auch mit Hörproben - gibt es bei http://www.jpc.de/