23. Juli 2011

Opernfreuden mit Joyce DiDonato in Braunschweig

Im Rahmen des Festivals Alter Musik unter dem Motto "Solo Dei Gloria" werden im Winter 2011/2012 drei Händel-Opern konzertant im Staatstheater Braunschweig aufgeführt:

Am 27. November 2011 "Giulio Cesare" u.a. mit Marie-Nicole Lemieux
Am 26. Januar 2011 "Deidamia" u.a. mit Karina Gauvin
Am 11. März 2011 "Ariodante" u.a. mit Joyce DiDonato

Die Einführung zu allen drei Opern gibt die Krimi-Autorin Donna Leon.

Hier die Vorankündigung in der Braunschweiger Zeitung vom 25. Mai 2011:
(Zur Vergrößerung bitte ins Bild klicken)

Weitere Informationen unter Soli Deo Gloria

22. Juli 2011

Konzertante Belcanto-Opern in der Philharmonie im Gasteig 2011/2012

Gaetano Donizetti "Maria Stuarda"
am 2. und 5. Dezember 2011
mit Vesselina Kasarova, Krassimira Stoyanova und Stephen Costello
weitere Infos siehe Gasteig

VIVA BELCANTO
am 2. Mai 2012
Galakonzert mit Glanzstücken aus dem italienischen und französischen Belcanto-Repertoire
mit Vesselina Kasarova und Krassimira Stoyanova 

Vincenzo Bellini "La Straniera"
am 5./9./12./16. Juli 2012
mit Edita Gruberova

Näheres in der Presseinformation von VITA E VOCE

3. Juli 2011

YouTube-Kanal für "Rossini in Wildbad"

Wer schon bei den Probenarbeiten für die Premieren in Bad Wildbad zuhören möchte, hat jetzt die Gelegenheit, entsprechende Videos im neuen YouTube-Kanal "ROSSINIWILDBAD" aufzurufen.

Hier ein Bildschirmfoto vom neuen YouTube-Kanal. 
Den Videokanal "ROSSINIWILDBAD" hier starten.
oder Sie klicken in das Bildschirmfoto



2. Juli 2011

Erste Informationen aus Bad Wildbad zum Belcanto Festival

"Es wuselt im Königlichen Kurtheater"
So übertitelt der Schwarzwälder-Bote am 1. Juli 2011 einen Stimmungsbericht zu den Festival-Vorbereitungen. 


"Schatzgräber in Sachen Belcanto"
Die Badische Neueste Nachrichten berichtet am 2. Juli über den Leiter von "Rossini in Wildbad", Herrn Jochen Schönleber.

(zum Vergrößern bitte in das Bild klicken) 

"Rossini in Wildbad 2011" startet am 7. Juli


Im Zentrum des Belcanto-Festes stehen diesmal neben acht weiteren Veranstaltungen gleich drei komische Opern auf dem Programm:

Il turco in Italia (Der Türke in Italien) von Gioachino Rossini
Ser Marcantonio (Don Pasquale) von Stefano Pavesi
Il noce di Benevento (Der Hexenbaum von Benevent) von Giuseppe Balducci

Das Gesamtprogramm mit Bestellformular zum Download hier

25. Juni 2011

La Cenerentola im Theater Aachen

Nein, dieses “Aschenputtel“ hat wahrlich kein einfaches Leben: Umgeben von etwa 60 Waschmaschinen, deren Frontattrappen die gesamten Seitenwände des Bühnenraums zieren, und mit einem Turmbau an Wäschestücken im Hintergrund versucht sie an 3 Bügeltischen mit überdimensionierten Bügeleisen und entsprechenden Wäschekörben ihren Pflichten als “Hausmädchen für alles“ nachzukommen. 
Leila Pfister, Astrid Pyttlik, Rolf A. Scheider, Eva Bernard
Quelle: Theater Aachen © Wil van Lersel
Ihre Blicke wandern häufig zu einem Fernsehapparat, auf dessen Bildschirm permanent Bilder von Traum-Hochzeiten in Adelskreisen ablaufen. Die Bullaugen dieser Waschmaschinen dienen manchmal durchaus ihrem eigentlichen Zweck, wenn Dandini z.B. im 2. Akt seine fürstlichen Gewänder entsorgen muss, bieten aber auch den dann mit Ferngläsern bewaffneten 16 Herren des Theaterchors Guckfenster zur Bühne. 
Der erstmals in Aachen tätige spanische Regisseur Joan Anton Rechi, der u.a. Calixto Bieito als seinen Lehrmeister angibt und der 2007 in Freiburg Rossinis Barbiere auf die Bühne brachte, präsentiert dieses Melodramma giocoso vor allem als Burleske mit viel Schwung (auch in den Interaktionen), mit schlüssiger Personenführung und stimmig in Bewegung und Gesten umgesetzter Musik. Beispielsweise hämmern alle Solisten im berühmten Sextett “Questo è un nodo avviluppato“ pausenlos im Rhythmus der Musik auf ihre Mobiltelephone ein, um vielleicht mit fremder Hilfe – natürlich erfolglos – diesen Knoten in ihren Köpfen lösen zu können. Auch andere Einfälle beweisen des Regisseurs Liebe zu detaillierter musikkonformer Inszenierung. So wird der ersten Begegnung Angelina - Don Ramiro jegliche Steifheit genommen, wenn er ihr, nachdem sie mit dem vor Schreck fallengelassenen Kaffeegeschirr seine Hose beschmutzt hat, in Boxershorts fasziniert beim Reinigen und Bügeln seiner Hose zuschaut. 
Tansel Akzeybek,  Leila Pfister
Quelle: Theater Aachen © Wil van Lersel
Gelegentlich gibt Rechi aber auch seinem Affen zuviel Zucker: So werden “Clorindina“ und “Tisbetta“, wie ihr Vater sie in gewissen Situationen nennt, als kreischende und permanent zankende Schwestern stark überzeichnet, vor allem wenn sie (als Running Gag) in Überraschungsmomenten - an die zehn Mal! – synchron ohnmächtig zu Boden gehen. Allerdings spielen und singen Eva Bernard als Clorinda (mit etwas schriller Mittellage) und Astrid Pyttlik, deren Tisbe ebenso hübsch aussieht wie sie singt, diese weniger bösen als eher streit– und selbstsüchtigen Zicken in diesem Konzept überzeugend. Auch die übrigen Protagonisten sind mit sehr viel Spielfreude bei der Sache und singen gut, ja sogar großartig. Die Angelina der in Basel geborenen Leila Pfister beginnt etwas verhalten und wirkt in Ensembleszenen punktuell etwas leise, läuft aber in ihrem Finalrondo zu grandioser sängerischer Gestaltung auf. Ihr “principe“ Don Ramiro wird von dem u.a. in Bonn engagierten Tansel Akzeybek, einem stimmschönen und höhensicheren tenore leggiero, gesungen – Klasse! Auch bei den drei tiefen Männerstimmen war viel Erfreuliches zu hören: der vor Spiellust fast berstende Hrólfur Saemundsson als Dandini mit baritonalen Höhenflügen, Pawel Lawreszuk als der weise Drahtzieher Alidoro – er sang die von Rossini 1821 nachkomponierte Arie “Tutto cangiò per te“ - und Rolf A. Scheider, der mit wunderbar sonorer Bassstimme der Buffopartie des Don Magnifico vielleicht ein zu junges Profil gab.
Belcanto-Opern sind im Aachener Theater in den letzten Jahren ziemlich stiefmütterlich behandelt worden, und außer einem konzertanten Mosè in Egitto  und einer eher mäßigen Italiana in Algeri (beide 2006) stand Rossini nie auf dem Programm des nach Nürnberg wechselnden GMD Marcus R. Bosch. So war sinnvollerweise die musikalische Einstudierung dieses Meisterwerks dem gerade neu verpflichteten 1. Kapellmeister Péter Halász (bisher am Staatstheater Mainz) anvertraut worden. Er führte das Aachener Orchester zu einer runden Leistung mit Rossinischem Esprit, bei der allerdings das Blech insgesamt etwas grell und zu dominierend wirkte. Das Publikum im sehr gut besuchten Stadttheater – wann gab es zuletzt eine solch lange Schlange vor der Abendkasse?! - war begeistert von diesem gut dreistündigen Genuss (nur die Clorinda – Arie und der Eingangschor zum 2. Akt fehlten) und ließ sich am Ende zu Standing Ovations hinreißen.

Walter Wiertz (Besuchte Vorstellung am 23.06.11)
Weitere Vorstellungen am 1./10./17./20. Juli 2011

17. Juni 2011

Auf zu 'Les Huguenots' in Brüssel!

Quelle: BRF
Wer eine packend-emotional inszenierte, hinreißend gesungene und prächtig musizierte “Grand Opéra“ erleben will, möge sich auf den Weg nach Brüssel ins Opernhaus “La Monnaie“ machen! Dort feiert momentan Didier Pys Inszenierung von Giacomo Meyerbeers Meisterwerk Les Huguenots mit Marc Minkowski am Pult wahre Triumphe. Durch die Öffnung dramaturgisch relevanter Striche (diese Passagen fielen der Zensur zur Uraufführungszeit 1836 zum Opfer) und durch Hinzufügen der stummen Figur der Caterina de Medici, der politischen Drahtzieherin jener Ereignisse bis zur Bartholomäusnacht 1572, wird die historische Entwicklung transparenter. 

Folglich bildet die für den Plot zentrale Liebesbeziehung zwischen dem Hugenotten Raoul de Nangis und der katholischen Adligen Valentine den bewegenden menschlichen Kontrast zu dieser intriganten politischen Szenerie. Dazu werden wir Zeugen genialer Bühnenbilder (verschiebbare Häuserfassaden der einzelnen Schauplätze), epochenmäßig differenzierter doch immer passender Kostüme, unvergesslicher Details nicht nur in der Personenführung und – last but not least – grandioser Sängerleistungen: In dieser “Nacht der sieben Sterne“ erlebten wir am 14. Juni John Osborn (Raoul), Henriette Bonde-Hansen (Marguerite de Valois), Ingela Brimberg (Valentine), Blandine Staskiewicz (Urbain) und Francois Lis (Marcel). Wie man den geradezu hymnischen Premierenbesprechungen (u.a. bei DLR Kultur, Der Neue Merker, BRF, podcast.de) entnehmen kann, konnte aber auch die Alternativbesetzung  begeistern: Eric Cutler, Marlis Petersen, Mireille Delunsch, Yulia Lezhneva und Jérome Varnier.

Ein ausführlicherer Bericht folgt nach unserem Besuch einer Vorstellung mit der letztgenannten Besetzung.

Weitere Aufführungen  dieses großen Opernereignisses finden noch statt am: 19., 21., 23., 24., 26., 28. und 30. Juni. Außerdem wird diese Inszenierung im März des kommenden Jahres an der Opéra National du Rhin in Straßburg zu sehen sein.

Walter Wiertz (Besuchte Vorstellung am 14.06.11)

24. Mai 2011

Rossinis "Petite Messe solennelle" in Köln

Fotos: privat
Durch einen Hinweis in diesem Blog erfuhren wir von einer Aufführung von Rossinis "Petite Messe solennelle" in der Basilika St. Aposteln in Köln. Die Messe wurde in der Urfassung für Klavier und Harmonium dargeboten. Alle verfügbaren Kirchenbänke waren mit erwartungsvollen Besuchern besetzt, "ausverkauft" würde man im Konzertsaal sagen. Hier wurde jedoch kein Eintritt verlangt. Dass das zu dieser Fassung eigentlich gehörende zweite Klavier fehlte, war zu verschmerzen, weil das Klangvolumen in dem gewaltigen Kirchenraum einer besonderen Verstärkung nicht unbedingt
bedurfte. 

Wie wir hörten, ging die sehr beeindruckende Aufführung wohl auf eine Initiative des Gürzenich-Chores zurück, der damit die Reihe bekannter Konzertveranstaltungen in der bedeutendsten romanischen Basilika Kölns fortsetzte. Unter ihrem Leiter Christian Jeub fanden Solisten und Chor zu einer fein abgestimmten Ensemble-Leistung zusammen. Der Dirigent legte besonderen Wert auf die Hervorhebung der rhythmischen Feinheiten des Werkes.


Anna Agathonos, Mezzosopran, bot die beeindruckendste Solistenleistung des Abends. Das "Agnus Dei" gestaltete sie eindringlich und anrührend. Die Sopranistin Nadine Trefzer, der Tenor Seong-Jun Cheon und der Bass Charles Moulton standen ihr aber kaum nach.

In solchen Kirchenräumen ist aufgrund des extrem langen Nachhalls eine differenzierte Beurteilung instrumentaler Details oft schwierig. Annette Reifig am Harmonium und Wolfgang Hoyer am Klavier boten aber die solide Grundlage dieser Aufführung.


Dieter Kalinka (Einmalige Aufführung am 22.05.2011)

18. Mai 2011

Wir nehmen Abschied

Eine traurige Nachricht für alle Freunde von Astrid Fricke

Astrid, meine geliebte Ehefrau und Mitautorin in diesem Belcantoblog ist am 1. Mai 2011 nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben.


Sie war bis zuletzt auch im Internet sehr präsent, nicht nur hier im Belcantoblog, sondern auch in einem Posterousblog (jetzt bei Wordpress) unter dem Pseudonym Sita und bei Twitter unter dem Namen Picro.

Sie war eine erfolgreiche Juristin, Rechtsanwältin und Professorin für Familien- und Jugendrecht, doch für uns hatte sie eine Künstlerseele.

Sie hat es in hervorragender Weise verstanden, ihre Gedanken und Gefühle mit anderen zu teilen. Ihr wunderschönes Geigenspiel, ihre Begeisterungsfähigkeit und ihr Humor, ihre Kreativität und ihr einzigartiges Schreibtalent, ihre Beobachtungsgabe und ihr großes Herz werden uns allen unendlich fehlen.

Wer diese Seiten von ihr entdecken möchte, ist eingeladen, ihre Texte noch einmal zu lesen: Hier im Belcantoblog ihre Opernrezensionen und im  Wordpressblog weitere Texte, wie Krimirezensionen oder vielfältige Alltagsbeobachtungen.

Nach Gründung dieses Opernblog im Herbst 2007 hat meine Frau 30 Berichte zu Opern und zahlreiche Kommentare verfasst, angefangen vom Bericht über die "La scala di seta" in Potsdam bis hin zur "La Lodoiska" in Ingolstadt". Sie hat zusammen mit vielen anderen Autoren dazu beigetragen, dass neue Formen der Internetkommunikation auch für die Oper ausprobiert werden konnten. Wegen des leichten Einsatzes von Bild, Ton und Film und der Möglichkeit der schnellen, unmittelbaren und barrierefreien Rückmeldung sind Blogs aus dem Kanon der Kommunikationsmöglichkeiten nicht mehr wegzudenken.

Astrid Fricke war keine Opernexpertin, aber sie konnte das, was sie gesehen und gehört hatte, sehr anschaulich und überzeugend zu Papier bringen, manchmal auch gegen Expertenmeinungen. Denn sie vertrat das Motto "I believe that it is better to have own imperfect ideas than to copy others" (aus ihrer Profilbeschreibung zum Posterousblog).

Ihr Beitrag "Rossini in Wildbad 2010 ein Rückblick" hat immer noch die höchsten Zugriffszahlen und wurde sogar in eine Rossini-Ausstellung in Bad Wildbad übernommen. Dieser Beitrag ist eigentlich keine Opernrezension, sondern ein Stimmungsbericht zum Festival im Schwarzwald und zeigt, dass das Opernpublikum auch dafür empfänglich ist.

Die Rezension zu "Moise et Pharaon - Rossini in Nürnberg" hat wegen des Regiekonzeptes erfreulich viele Kommentare und Gegenbeiträge ausgelöst. Auch diese neue Diskussionsform im Internet musste von allen Betroffenen ausprobiert werden; Ärger kam schon mal auf. Astrid Fricke hielt sich zurück und schrieb dann in ihrem Posterousblog humorvolle Glossen über Vereinsmeierei (Der deutsche Verein - ein Minenfeld) oder über den Kulturredakteur Fürchtegott Jonathan (Kulturredakteur, zweitklassig?).

Thematisch hat sie nicht nur die wichtigen Rossini-Opern der Festivals Bad Wildbad 2008 und Pesaro 2008 rezensiert, sondern auch selten gespielte Opern, wie "Il templario" und die Braunschweiger Aufführungen der Opern von Spohr, Gomes und Mayr. Auch das Orlando-Thema hat sie nicht nur literarisch sehr interessiert, was dazu führte, dass wir die entsprechenden Opern von Haydn, Vivaldi und Händel in Braunschweig, Frankfurt und Halle besuchten. Auch folgten wir den Opern des wieder entdeckten Simon Mayr, nachdem wir seine Fedra in Braunschweig hören konnten. Die "La Lodoiska" von Simon Mayr in Ingolstadt, die uns sehr beeindruckt hat, war unser letztes gemeinsames Opernerlebnis.

Reiner Fricke


25. Schlossfestspiele Schwerin: Verdi „Die Macht des Schicksals“ (17.07.2010)
24. Giovanni Simone Mayrs „Medea in Corinto“ in München (04.07.2010)
23. Damen, Ritter, Waffen und Liebe. Ariosts Orlando furioso auf der Opernbühne (15.06.2010)
22. G. F.  Händels Oper „Orlando“ in Halle (08.06.2010)
21. Auber: „La Muette de Portici – die Stumme von Portici“ (19.05.2010)
20. Rossinis Armida aus der Met im Kino (15.05.2010)
19. Christoph Willibald Gluck: „Alkestis“ (Alceste) in Leipzig (19.04.2010)
18. „Salvator Rosa“ – Deutsche Erstaufführung in Braunschweig (18.03.2010)
17. Rossini und Metternich (Bericht zu einem Beitrag, 17.02.20109
16. „Moïse et Pharaon“ -  Rossini in Nürnberg (15.03.2010)
15. Vivaldis „Orlando furioso“ in Frankfurt  (07.03.2010)
14. Orlando paladino - Ernst-komische Oper von Joseph Haydn (01.06.2009)
13. Spohrs Oper „Der Alchymist“ in Braunschweig (30.05.2009)
12. Pesaro – Opernfreude in bella Italia  (27.08.2008)
11. Rossinis "Ermione" in Pesaro 2008 (27.08.2008)
10. Rossinis "Maometto II" in Pesaro 2008 (27.08.2008)
09. Rossinis “L'equivoco stravagante” in Pesaro 2008 (26.08.2008)
08. GIOACHINO ROSSINIS "OTELLO" in Wildbad (24.07.2008)
07. Rossinis "L´Italiana in Algeri" in Bad Wildbad, 2008 (24.07.2008)l
06. Rossinis "Edipo a Colono" in Bad Wildbad, 2008 (24.07.2008)
05. PACINI bei "ROSSINI IN WILDBAD 2008" (23.07.2008)
04. Vincenzo Bellini: "I Capuleti e I Montecchi" in Rheinsberg (5.07.2008)
03. Il Templario" Otto Nicolai in Chemnitz (26.06.2008)
02. Fedra bei den Staatstheater-Freunden (13.03.2008)
01. Potsdam "La scala di seta" (18.11.2007)

17. Mai 2011

Ein Kölner in Hamburg...erlebt eine herzerfrischende Cenerentola

Bildschirmfoto vom Videofilm auf Theater-tv.net
Zum Anschauen des Videos bitte hier klicken oder dort 

Nach der Lektüre der Kritik über Rossinis  "La Cenerentola" des Hamburger Abendblattes hatte ich zunächst gar keine Lust mehr, nach Hamburg zu fahren. Aber dann habe ich mich doch dazu entschlossen und es nicht bereut!

Mein Fazit: Die Cenerentola war sehr, sehr schön!  Kritiken werden ja oft über die Premiere verfasst. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es besser ist, die zweite oder dritte Vorstellung zu besuchen. Dann sind die Künstler viel entspannter als bei der Erstaufführung.

Das unter der Leitung von Antonello Allemandi spielende Orchester der Hamburgischen Staatsoper war hervorragend. Ein Einspringer hat es immer schwer. Allemandi war für den erkrankten  Andrés Orozco-Estrada eingesprungen und bewältigte diese Aufgabe mit Bravour.  Am 17.6.2001 habe ich Allemandi schon einmal in der Oper Marseille als Dirigenten von "Tancredi" erlebt und war von ihm begeistert. Allemandi ist inzwischen einer der führenden Dirigenten des italienischen Faches.

Die spanische Mezzosopranistin Maite Beaumont als Angelina war ein Traum. Der als Rossini-Tenor renommierte Russe Maxim Mironov als Don Ramiro stand ihr in keiner Weise nach. Seine Stimme ist enorm gewachsen, vor allem in der Mittellage und Tiefe. Die Höhe war ja schon immer sehr gut. Ich habe schon vor sechs Jahren, als ich ihn zum ersten Mal hörte, gedacht, wenn Flórez nicht wäre, wäre Mironov die Nummer 1.

Auch die anderen Künstler, Viktor Rud als Dandini und Enzo Capuano als Don Magnifico, waren gut. Die beiden "fiesen" Schwestern, Gabriele Rossmanith und Renate Spingler, beide aus dem Haus der Hamburger Staatsoper, waren einfach köstlich und hinreißend giftig. Eine von ihnen erzählte mir, dass die Ensemblemitglieder sechs Wochen lang geprobt hatten. Da die Kostüme teilweise aus Plastikmaterial gefertigt waren, wurde dabei heftig geschwitzt und die Proben gestalteten sich sehr anstrengend. 

Die Kostüm- und Bühnenbildgestaltung (André Barbe) war mal ganz was Neues, bunt, lebhaft, lustig, ein überwältigender Einfallsreichtum, eine Meisterleistung. Ich habe noch nie so viel gelacht. Dieses Gewimmel, diese Spielfreude, Vergnügen pur! Regisseur des Ganzen war Renaud Doucet, früher Choreograf und Tänzer. Köstlich, wie Don Magnifico in einem riesigen, überdimensionalen Sparschweintresor wohnt, der auf der ersten Etage steht und von dem er mit einem offenen Aufzug nach oben oder unten fahren kann. Und: Es gibt nicht den üblichen Kamin, dessen Feuer Cenerentola zu hüten hat. Vielmehr ist sie eine graue, unterdrückte Büromaus am Schreibtisch, die dann am Ende durch Reinheit und Güte ihren Ramiro erobert. 

Hubert Sieben, Köln

Besuchte Aufführung 15.05.2011

Weitere Vorstellungen in dieser Saison: 20.05.2011, 22.05.2011, 29.05.2011, 02.06.2011, 09.06.2011 und 11.06.2011.
Nach der laufenden Saison sind weitere Aufführungen für den 20.09.2011, 23.09.2011 und 28.09.2011 vorgesehen, 
aber dann singt Kate Aldrich die Angelina.
In den dann folgenden Aufführungen am 09.12.2011, 16.12.2011, 25.12.2011 und 31.12.2011 singt anstelle von Mironov 
Alek Shrader den Don Ramiro und die Angelina wird von Maria Markina gesungen.

11. Mai 2011

Rossinis 'Petite Messe solennelle' in Köln am 22. Mai 2011

Quelle: Gürzenich-Chor Köln
Ein aktueller Hinweis, den ich gern weitergebe:

Am 22. Mai 2011 um 19.30 Uhr wird in Köln, in der Basilika St. Aposteln die "Petite Messe solennelle" von Gioachino Rossini in ihrer ursprünglichen Fassung für Klavier und Harmonium aufgeführt.

Es singt der Gürzenich-Chor unter der Leitung seines neuen Chorleiters, Christian Jeub, am Klavier sitzt Wolfgang Hoyer, am Harmonium Annette Reifig. Die Solisten sind Nadine Trefzer, Sopran, Anna Agathonos, Alt, Seong-Jun Cheon, Tenor und Charles Moulton, Bass. Der Eintritt ist frei.

Weitere Hinweise auf der Internetseite des